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Hofreiter fordert "grundlegendes Umsteuern" in Fleischindustrie und Tierhaltung

Tönnies-Logo an Schlachthof in Rheda-Wiedenbrück
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© © 2020 AFP
Vor dem für Freitag geplanten Branchengespräch von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) zur Nutztierhaltung und der Lage in der Fleischindustrie hat Grünen-Fraktionschef Anton

Vor dem für Freitag geplanten Branchengespräch von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) zur Nutztierhaltung und der Lage in der Fleischindustrie hat Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter ein "grundlegendes Umsteuern in der gesamten Kette" gefordert. Nötig seien "bessere Gesetze, gezielte Förderung und mehr Transparenz", forderte Hofreiter am Freitag.

"Tausende Corona-Infizierte in den Schlachthöfen, miserable Arbeits- und Wohnbedingungen, leidende Tiere sowie Menschen, die wütend sind, weil sie die Folgen dieser Politik ausbaden müssen: Die Landwirtschaftsministerin scheint den Ernst der Lage nicht begriffen zu haben", kritisierte der Grünen-Fraktionschef.

Hofreiter warf Klöckner zudem vor, sie lade zu einem "bloßen Show-Event" ein, von dem "außer schönen Bekenntnissen" wenig zu erwarten sei. Von überparteilichen, gesamtgesellschaftlichen Lösungen sei die Ministerin "meilenweit". Klöckner treffe sich nur mit ihren Unions-Kolleginnen und lasse die anderen Agrarminister der Länder außen vor. Tier-, Umwelt- und Verbraucherschützer seien "völlig unterrepräsentiert". Auch Gewerkschaften fehlten.

Klöckner hat nach den jüngsten Corona-Ausbrüchen in großen Schlachtbetrieben für Freitag zu einem Gespräch über die Zukunft der Nutztierhaltung eingeladen. In Düsseldorf sollen dabei Vertreter der Landwirtschaft, der Schlachtereien, der Ernährungswirtschaft, des Lebensmittelhandels und der Verbraucher darüber diskutieren. Auch das Kartellamt, Tierschützer und Veterinäre sind nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums eingeladen.

Klöckner erklärte, erforderlich sei eine Neujustierung der Tierhaltung in Deutschland. Notwendig seien mehr Tierwohl, bessere Preise sowie faire Arbeitsbedingungen. Fleisch und Wurst seien in Deutschland oft zu billig. Gastgeberinnen des Branchengesprächs sind auch die Landwirtschaftsministerinnen von Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen, Ursula Heinen-Esser (CDU) und Barbara Otte-Kinast (CDU).

AFP

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