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Immer mehr Länder melden Coronavirus-Infizierte

Das Coronavirus breitet sich weltweit und auch in Europa weiter aus: Neu hinzu kamen in Europa die Niederlande, Litauen und Weißrussland, während am Freitag mit Nigeria erstmals auch ein Land im

Eine Frau in der U-Bahn in Shanghai

Eine Frau in der U-Bahn in Shanghai

Das Coronavirus breitet sich weltweit und auch in Europa weiter aus: Neu hinzu kamen in Europa die Niederlande, Litauen und Weißrussland, während am Freitag mit Nigeria erstmals auch ein Land im südlichen Afrika einen Infektionsfall der Lungenkrankheit Covid-19 meldete. Vor allem in Südkorea und im Iran war das neuartige Corona-Virus weiter virulent. In der Schweiz wurden Großveranstaltungen abgesagt, betroffen ist auch die Basler Fastnacht.

Aus der nigerianischen Großstadt Lagos wurde der erste Infektionsfall aus den afrikanischen Ländern südlich der Sahara vermeldet. Der Erreger wurde nach Angaben der nigerianischen Regierung bei einem Italiener diagnostiziert, der in dem westafrikanischen Land arbeitet. Der Mann war kürzlich von einem Besuch in Mailand zurückgekehrt.

Auf dem afrikanischen Kontinent waren zuvor nur zwei Fälle der Coronavirus-Infektion bestätigt worden - jeweils einer in Algerien und Ägypten. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte diese Woche gewarnt, dass die afrikanischen Gesundheitssysteme nicht ausreichend für die Bekämpfung des Erregers gewappnet seien.

Einen ersten Ansteckungsfall meldeten auch die Niederlande. Der Patient wurde nach Behördenangaben in einem Krankenhaus in Tilburg unter Quarantäne gestellt. Der Mann war zuvor in die italienische Region Lombardei gereist.

In der Schweiz, wo es inzwischen 15 Infektionsfälle gibt, untersagte die Regierung vorerst alle Großveranstaltungen mit mehr als tausend Teilnehmern. Betroffen ist neben der Basler Fastnacht auch der Genfer Autosalon.

Erste bestätigte Coronavirus-Fälle gibt es nach Angaben der dortigen Behörden auch in Litauen, Weißrussland, Aserbaidschan und Neuseeland. In Litauen ist eine Frau erkrankt, die kürzlich in Norditalien war. In Weißrussland wurde ein iranischer Student positiv auf das Virus getestet.

In Aserbaidschan ist nach Angaben der Regierung ein Russe erkrankt, der über den Iran in die Ex-Sowjetrepublik eingereist war. Auch in Neuseeland ist Medienberichten zufolge eine Frau betroffen, die kürzlich aus dem Iran zurückgekehrt war.

Mehrere Länder verschärften wegen der Epidemie ihre Einreisebestimmungen. Russland vergibt vorerst keine Visa mehr an Iraner, auch Flugreisende aus Südkorea dürfen nicht mehr einreisen. Pakistan stellte den Flugverkehr zum Iran ein. In Neuseeland gelten nun verschärfte Einreisebestimmungen für Reisende aus China und dem Iran.

Die mit Abstand meisten Infektionsfälle außerhalb Chinas gibt es weiterhin in Südkorea. Dort gab die zuständige Gesundheitsbehörde am Freitag 315 Neuinfektionen bekannt. Die Gesamtzahl bestätigter Ansteckungsfälle stieg damit auf 2337, die Zahl der Toten liegt bei 13. Die weltweit erfolgreiche südkoreanische K-Pop-Band BTS sagte wegen der Epidemie mehrere Konzerte ab.

Sorge bereitet auch die Situation im Iran, wo nach offiziellen Angaben bis Freitag 34 Menschen an Covid-19 gestorben sind. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Teheran sind mittlerweile 388 Menschen infiziert. Sollten die offiziellen Zahlen zutreffen, wäre die Sterblichkeitsrate im Iran extrem hoch. Befürchtet wird daher eine hohe Dunkelziffer an Ansteckungen.

In China, dem Ausgangspunkt der Epidemie, ging die Zahl der Neuansteckungen unterdessen weiter zurück. Am Freitag teilte die Regierung in Peking mit, dass weitere 327 Menschen infiziert seien - dies war der niedrigste tägliche Anstieg seit mehr als einem Monat. Insgesamt 78.824 haben sich laut der amtlichen Zwischenbilanz in Festlandchina mit dem Erreger angesteckt. Die offizielle dortige Zahl der Todesopfer stieg um weitere 44 auf 2788.

Die japanische Insel Hokkaido rief wegen der Coronavirus-Epidemie den Notstand aus. Die Behörden forderten zudem alle Bewohner auf, am kommenden Wochenende zu Hause zu bleiben. In ganz Japan haben sich mindestens 210 Menschen infiziert, die Zahl der Todesopfer stieg am Freitag auf zehn.

AFP

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