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Inzwischen mehr als 150.000 Todesopfer durch Coronavirus in Europa

Beisetzung eines Corona-Opfers in Madrid
Beisetzung eines Corona-Opfers in Madrid
© © 2020 AFP
In Europa sind bislang bereits mehr als 150.000 Menschen nach einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gestorben.

In Europa sind bislang bereits mehr als 150.000 Menschen nach einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gestorben. Laut einer auf amtlichen Daten basierenden Zählung der Nachrichtenagentur AFP lag die Zahl der Todesopfer am Donnerstagmorgen bei 150.138 bei insgesamt gut 1,64 Millionen nachgewiesenen Infektionen. Russland meldete derweil einen neue Höchstzahl der Neuinfektionen. In Schweden, das in der Pandemie einen Sonderweg ohne Ausgangsbeschränkungen geht, stieg die Zahl der Todesopfer auf mehr als 3000.

Nach russischen Behördenangaben vom Donnerstag wurden binnen 24 Stunden 11.231 neue Fälle diagnostiziert. Die Gesamtzahl der bislang in Russland nachgewiesenen Infektionen stieg auf mehr als 177.000; das Land liegt damit bei der Zahl der Fälle jetzt weltweit auf dem fünften Platz und im europäischen Vergleich auf Rang vier.

Die russischen Behörden erklären die seit einer Woche stark steigenden Infektionszahlen mit einer Zunahme der Tests. Dadurch würden nun auch viele symptomfreie Fälle nachgewiesen. Die Zahl der offiziell angegebenen Corona-Todesopfer ist mit insgesamt 1625 in Russland im internationalen Vergleich sehr niedrig.

Laut am Mittwoch veröffentlichten Behördenangaben liegt die Sterberate durch das Coronavirus in Russland bei lediglich 0,9 Prozent - in Deutschland, das im internationalen Vergleich eine sehr niedrige Rate hat, liegt sie dagegen bei 4,2 Prozent.

Die russischen Behörden führen dies auf die schnelle Schließung der Grenzen und strikte Isolationsmaßnahmen zurück. Kritiker bezweifeln jedoch, dass die offiziellen Zahlen die Realität widerspiegeln.

Der Moskauer Bürgermeister Sergej Sobjanin verkündete am Donnerstag eine Masken- und Handschuhpflicht in den öffentlichen Verkehrsmitteln. Da Fabriken und Bauwirtschaft am kommenden Dienstag die Arbeit wieder aufnähmen, werde der Andrang im Nahverkehr unweigerlich steigen, sagte er zur Begründung.

Präsident Wladimir Putin hatte die Gouverneure der Regionen am Mittwoch aufgefordert, Pläne zu einer Lockerung der Corona-Maßnahmen zu entwerfen. Gleichzeitig mahnte er zur Vorsicht: "Der Preis selbst des kleinsten Fehlers ist die Sicherheit, das Leben und die Gesundheit unseres Volkes."

Das russische Militär sollte am Donnerstag mit dem Abzug von Experten beginnen, die auf dem Höhepunkt der Corona-Welle in Italien in das Land geschickt worden waren. Die Teams von Spezialisten zum Schutz vor atomaren, chemischen und biologischen Bedrohungen würden nach Russland zurückverlegt, erklärte Verteidigungsminister Sergej Schoigu.

Moskau hatte Experten und Ausrüstung zum Kampf gegen das Coronavirus nach Italien, China und in die USA entsandt. Dies hatte der Regierung im eigenen Land den Vorwurf eingebracht, dringend benötigte Ressourcen für geopolitische Ziele zu opfern.

Zu Beginn des Programms im März hatte die russische Regierung erklärt, rund hundert im Umgang mit Ebola und dem Schweinefieber erfahrene Spezialisten und Schutzausrüstung würden nach Italien verlegt. Italienische Medien berichteten seinerzeit, große Teile der bereit gestellten Ausrüstung sei im Kampf gegen das Coronavirus nutzlos.

Schweden meldete am Donnerstag 99 weitere Todesopfer durch das Coronavirus binnen 24 Stunden. Damit stieg die Zahl der Corona-Toten auf 3040. Insgesamt wurden bislang mehr als 24.000 Infektionen nachgewiesen.

Das skandinavische Land hat als Reaktion auf die Corona-Pandemie deutlich weniger Restriktionen verhängt als die meisten anderen europäischen Länder. So gelten keine Ausgangsbeschränkungen und neben Restaurants, Bars und Cafés sind auch Läden sowie die meisten Schulen weiterhin geöffnet. Der schwedische Sonderweg ist allerdings im Land nicht unumstritten. Auch aus dem Ausland gibt es Kritik.

AFP

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