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Irakische Armee: Entführte Deutsche im Irak wieder frei

Die Anlage des Künstlerkollektivs Tarkib in Bagdad
Die Anlage des Künstlerkollektivs Tarkib in Bagdad
© © 2020 AFP
Die im Irak entführte Deutsche Hella Mewis ist nach Angaben der irakischen Armee wieder frei.

Die im Irak entführte Deutsche Hella Mewis ist nach Angaben der irakischen Armee wieder frei. Sicherheitskräfte hätten die Frau in der Nacht befreit, erklärte der irakische Militärsprecher Jahja Rasul am Freitag, ohne weitere Angaben zur Befreiung zu machen. Der Einsatz sei von einem Bagdader Untersuchungsgericht unterstützt worden, sagte ein Sprecher des Obersten Justizrates des Irak. Weiterhin unklar ist, wer hinter der Entführung steckt.

Mewis war am Montagabend vor ihrem Büro im Zentrum der irakischen Hauptstadt in ein Auto gezerrt und verschleppt worden. Nach Angaben aus irakischen Sicherheitskreisen ereignete sich die Entführung in der Nähe einer Polizeiwache in Bagdad, ohne dass die Polizisten eingegriffen hätten.

Die deutsche Botschaft in Bagdad äußerte sich bislang nicht zu den Angaben der irakischen Armee. Auch das Auswärtige Amt in Berlin, das einen Krisenstab eingerichtet hatte, nahm bisher keine Stellung.

Mewis leitete Kunst-Programme für das irakische Kunst-Kollektiv Tarkib in Bagdad, die teils auch vom deutschen Goethe-Institut unterstützt wurden. Ihre Freundin Dhikra Sarsam sagte AFP, Mewis sei seit der Ermordung des irakischen Politikexperten Hischam al-Haschemi besorgt gewesen.

Der international bekannte Al-Haschemi hatte sich mit den regierungskritischen Protesten im Irak solidarisiert. Auch Mewis war nach Angaben ihrer Freundin bei den Protesten des vergangenen Jahres engagiert. Am Rande der wochenlangen Proteste waren immer wieder Aktivisten von Unbekannten verschleppt oder ermordet worden.

Zuletzt war die Zahl der Entführungen von Ausländern im Irak wieder gestiegen. An Silvester waren zwei französische Journalisten 36 Stunden lang in Geiselhaft genommen worden. Drei französische Mitarbeiter einer Nichtregierungsorganisation wurden zwei Monate lang festgehalten. In beiden Fällen wurde nicht geklärt, wer hinter den Entführungen steckte.

AFP

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