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Israel fliegt schwere Luftangriffe auf Militärstellungen in Syrien

Mit einer Serie israelischer Luftangriffe hat sich der Konflikt in Syrien weiter verschärft.

Absturzstelle von israelischem Kampfjet

Absturzstelle von israelischem Kampfjet

Mit einer Serie israelischer Luftangriffe hat sich der Konflikt in weiter verschärft. Israels Luftwaffe bombardierte am Samstag nach Armeeangaben ein Dutzend Stellungen der Regierungstruppen und des iranischen Militärs in dem Nachbarland. Zuvor war ein israelischer Kampfflieger bei einem Einsatz in Syrien unter Beschuss geraten und im Norden Israels abgestürzt. Iran und Israel richteten schwere Vorwürfe gegeneinander, Russland rief die Konfliktparteien zur "Zurückhaltung" auf.

Mit dem Eingreifen Israels intensivierte sich eine weitere Front in dem vielschichtigen Syrien- . Es war das erste Mal seit Beginn des Bürgerkriegs, dass Israel offen erklärte, mutmaßliche iranische Ziele in Syrien attackiert zu haben. Israel befürchtet einen zunehmenden Einfluss seines Erzfeindes Iran in Syrien. Teheran zählt neben Moskau zu den wichtigsten Unterstützern des syrischen Machthabers Baschar al-Assad.

Die Lage eskalierte, als nach israelischen Angaben eine iranische Drohne von Syrien aus in israelisches Gebiet flog. Ein Militärhubschrauber habe die Drohne zunächst abgefangen, erklärte die israelische Arme. Anschließend habe ein F-16-Kampfjet das "iranische Kontrollsystem" in Syrien bombardiert, von wo aus die Drohne gestartet worden sei.

Der israelische Kampfjet sei dann unter "massiven Beschuss" der syrischen Flugabwehr geraten. Er stürzte später in der Jesreel-Ebene im Norden Israels ab. Die beiden Piloten katapultierten sich der Armee zufolge aus der Maschine. Einer von ihnen erlitt demnach schwere Verletzungen.

Am Samstagmorgen flog die israelische dann neue Angriffe. "Zwölf Ziele, darunter drei Luftabwehrsysteme und vier iranische Ziele, die Teil der iranischen Militäreinrichtungen in Syrien sind, wurden getroffen", erklärte die Armee.

Syriens Staatsmedien meldeten, die Armee habe israelische im Zentrum des Landes und nahe Damaskus abgewehrt. Dabei seien mehrere israelische Kampfjets getroffen worden, berichtete die Nachrichtenagentur Sana.

Nach Informationen der oppositionsnahen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte bombardierten die israelischen Flugzeuge Militärstützpunkte im Osten der Provinz Homs. In der Region seien auch iranische und russische Soldaten stationiert.

Der israelische Armeesprecher Jonathan Conricus warf Teheran wegen des mutmaßlichen Drohnenflugs "die eklatanteste und schwerwiegendste iranische Verletzung der israelischen Souveränität in den vergangenen Jahren" vor. Der und Syrien spielten "mit dem Feuer".

Der iranische Außenministerium warf Israel dagegen "Lügen" vor, mit denen das Land seine "Verbrechen in der Region" verdecken wolle. Der Iran bestritt, eine eigene militärische Präsenz in Syrien zu unterhalten. Es seien lediglich Militärberater geschickt worden.

Das russische Außenministerium forderte die Konfliktparteien zur "Zurückhaltung" auf: Es sei "absolut inakzeptabel", Leben und Sicherheit von in Syrien stationierten russischen Soldaten zu gefährden.

Israel und Syrien befinden sich seit Jahrzehnten formell im Kriegszustand. Angeheizt wird die Lage dadurch, dass gleich zwei erklärte Feinde Israels - der Iran und die schiitische Hisbollah-Miliz - an der Seite von Damaskus in den Bürgerkrieg eingreifen.

Derweil wurde im Norden Syriens ein türkischer Militärhubschrauber abgeschossen, wie Staatschef Recep Tayyip Erdogan bekanntgab. Nach Angaben des türkischen Regierungschefs Binali Yildirim wurden dabei mindestens zwei Soldaten getötet. Die türkische Armee geht seit Januar mit Bodentruppen und der Luftwaffe gegen kurdische Kämpfer in der nordwestsyrischen Region Afrin vor.

AFP

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