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Israeli bei Raketenangriff aus Gazastreifen getötet

Bei einem Raketenangriff aus dem Gazastreifen auf die israelische Stadt Aschkelon hat ein Mann in der Nacht zum Sonntag tödliche Verletzungen erlitten.

Rauch über Gaza nach einem israelischen Vergeltungsangriff

Rauch über Gaza nach einem israelischen Vergeltungsangriff

Bei einem Raketenangriff aus dem Gazastreifen auf die israelische Stadt Aschkelon hat ein Mann in der Nacht zum Sonntag tödliche Verletzungen erlitten. Nach Angaben der Polizei erlag der Israeli seinen Verletzungen im Krankenhaus. Durch die israelischen Vergeltungsangriffe waren zuvor vier Palästinenser getötet und 40 weitere verletzt worden, wie das Gesundheitsministerium der von der radikalislamischen Hamas geführten Regierung im Gazastreifen mitteilte.

Es handelt sich um das erste israelische Todesopfer seit dem Beginn der Raketenangriffe am Samstagmorgen. Israelischen Medien zufolge handelt es sich bei dem Toten um den 60-jährigen Mosche Agadi. Die Rakete habe sein Haus in der Stadt nahe der Grenze zum Gazastreifen getroffen. Durch die Angriffe aus dem Gazastreifen wurde zudem eine 80-jährige Frau in Kirjat Gat schwer verletzt, auch ein 50-jähriger Mann in Aschkelon erlitt Verletzungen.

Unter den palästinensischen Todesopfern waren demnach ein Kleinkind und dessen schwangere Mutter. Diesen Angaben widersprach die israelische Armee. Ein Sprecher erklärte im Kurzbotschaftendienst Twitter auf Arabisch, Mutter und Kind seien womöglich durch einen palästinensischen Schuss gestorben. Nähere Angaben machte er nicht.

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu hielt Beratungen mit Sicherheitschefs ab. Militante Palästinenser hatten am Samstag etwa 250 Raketen auf Israel abgefeuert. Die israelische Armee reagierte darauf mit Dutzenden Vergeltungsangriffen. Panzer und Flugzeuge hätten 120 Ziele angegriffen, darunter einen Angriffstunnel des Islamischen Dschihad, welcher aus dem Gazastreifen bis nach Israel reichte, wie Armeesprecher Jonathan Conricus erklärte.

In Gaza wurden nach Angaben von Anwohnern zwei mehrstöckige Gebäude zerstört. Israelischen Angaben zufolge befanden sich in einem der Gebäude Büros des Militärgeheimdienstes und der Sicherheitsdienste der Hamas.

Anwohner bestätigten, dass sich in einem der zerstörten Gebäude das Büro der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu befand. Der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan verurteilte im Kurzbotschaftendienst Twitter "den Angriff Israels gegen das Büro der Agentur Anadolu in Gaza scharf".

Anadolu berichtete, das Gebäude sei durch fünf Geschosse der israelischen Luftwaffe zum Einsturz gebracht worden. Die Nachrichtenagentur veröffentlichte ein Video von den Trümmern eines Gebäudes. Die Anadolu-Mitarbeiter waren den Angaben zufolge nach einem Warnschuss kurz vor dem Beschuss in Sicherheit gebracht worden. Niemand sei verletzt worden.

Der Vorfall könnte die Spannungen zwischen der Türkei und Israel weiter anheizen. "Das Zielen auf die Agentur Anadolu in Gaza ist ein weiteres Beispiel für die grenzenlose Aggressivität Israels", schrieb der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu auf Twitter. "Die wahllose Gewalt Israels gegen Unschuldige ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit."

Die US-Regierung stellte sich angesichts der Eskalation des Konflikts hinter Israel. "Wir stehen auf der Seite Israels und unterstützen sein Recht auf Selbstverteidigung gegen diese abscheulichen Attacken", erklärte die Sprecherin des US-Außenministeriums, Morgan Ortagus, am Samstag. Zugleich verurteilte sie "die anhaltenden Raketenangriffe der Hamas und des palästinensischen Islamischen Dschihad aus Gaza auf unschuldige Zivilisten und ihre Gemeinden in ganz Israel".

AFP

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