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Israelischer Soldat durch Steinwurf im Westjordanland getötet

Im von Israel besetzten Westjordanland ist ein israelischer Soldat durch einen Steinwurf getötet worden.

Israelische Soldaten im Dorf Jaabad im nördlichen Westjordanland

Israelische Soldaten im Dorf Jaabad im nördlichen Westjordanland

Im von Israel besetzten Westjordanland ist ein israelischer Soldat durch einen Steinwurf getötet worden. Der 21-Jährige sei während eines Einsatzes im Dorf Jaabad nahe der nördlichen Stadt Dschenin am Kopf getroffen worden, erklärte die israelische Armee am Dienstag. Demnach hatte ein Palästinenser den Stein geworfen. Der Vorfall ereignete sich einen Tag vor dem Besuch von US-Außenminister Mike Pompeo in Israel, bei dem es laut Medienberichten auch um Israels Annexionspläne von Teilen des Westjordanlands gehen soll.

Nach Angaben aus palästinensischen Sicherheitskreisen ereignete sich der Vorfall während einer Razzia israelischer Soldaten in Jaabad in der Nacht zum Dienstag. Ein AFP-Fotograf berichtete von mehreren Festnahmen nach dem Steinwurf in dem Dorf.

Die Vorstellung des umstrittenen Nahost-Plans von US-Präsident Donald Trump Ende Januar hatte zuletzt zu einer Zunahme der Spannungen zwischen Israel und den Palästinensern geführt. US-Außenminister Pompeo reist am Mittwoch nach Israel, um Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und seinen neuen Regierungspartner Benny Gantz zu treffen.

Bei dem Treffen soll es laut israelischen Medienberichten auch um Israels Pläne einer Annexion von israelischen Siedlungen und anderen strategisch wichtigen Teilen des Westjordanlands gehen. Die USA gaben Israel dafür bereits grünes Licht. Weite Teile der internationalen Gemeinschaft sehen in solchen Gebietsanschlüssen jedoch einen Verstoß gegen das Völkerrecht und haben Israel vor einer Annexion gewarnt.

Pompeo sagte der Zeitung "Hayom", die Umsetzung der in Trumps Nahost-Plan vorgesehenen Gebietsanschlüsse sei eine Entscheidung der israelischen Regierung. Aus Sicht der USA erfüllten die konkreten Vorschläge in dem Plan die "Bedingungen des Völkerrechts", sagte Pompeo.

Gemäß der Koalitionsvereinbarung zwischen Netanjahus Likud-Partei und Gantz' Blau-Weiß-Liste könnten die Annexionspläne der Knesset ab dem 1. Juli vorgelegt werden. Den Nahost-Konflikt dürfte eine tatsächliche Annexion der Gebiete zusätzlich erheblich befeuern.

Nach Angaben der israelischen Polizei gab es am Dienstag am Checkpoint Kalandia zwischen Jerusalem und dem Westjordanland einen weiteren Angriffsversuch auf einen israelischen Sicherheitsbeamten. Ein "Terrorist" habe den Sicherheitsbeamten mit einem Messer angreifen wollen, bevor er angeschossen und in Gewahrsam genommen worden sei, sagte Polizeisprecher Micky Rosenfeld der Nachrichtenagentur AFP.

Israelische Sicherheitskräfte werden regelmäßig von palästinensischen Angreifern attackiert. Ende April hatten israelische Polizisten im Westjordanland einen Mann erschossen, der mit seinem Auto auf einen Kontrollpunkt zugerast und mit einer Schere auf einen Polizisten eingestochen hatte.

Israel hält das Westjordanland seit dem Sechstagekrieg 1967 besetzt. Inzwischen leben dort etwa 400.000 israelische Siedler. Die UNO stuft die Siedlungen als völkerrechtswidrig ein.

AFP

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