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IWF sieht globale Konjunktur 2019 weiter unter Druck

Die Weltwirtschaft steht angesichts von Handelskonflikten und schwächelnden Wachstumsraten in einer Reihe von Ländern weiter unter Druck: Der Internationale Währungsfonds (IWF) senkte seine

IWF-Sitz in Washington

IWF-Sitz in Washington

Die Weltwirtschaft steht angesichts von Handelskonflikten und schwächelnden Wachstumsraten in einer Reihe von Ländern weiter unter Druck: Der Internationale Währungsfonds (IWF) senkte seine Wachstumsprognose für 2019 nochmals um 0,2 Punkte auf nun 3,5 Prozent. Für Deutschland erwartet der IWF in diesem Jahr sogar nur noch einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 1,3 Prozent - im Oktober war er noch von 1,9 Prozent ausgegangen.

Der IWF veröffentlichte seine Prognose einen Tag vor dem Beginn des Weltwirtschaftsforums in Davos in der Schweiz. Dort treffen sich ab Dienstag rund 3000 Teilnehmer aus der Politik- und Wirtschaftselite, um über Herausforderungen und Entwicklungen der globalen Konjunktur zu diskutieren.

Der IWF sagte ein sich "abschwächendes globales Wachstum" voraus. Während die Weltkonjunktur 2018 noch um schätzungsweise 3,7 Prozent gewachsen sei, betrage der Ausblick für dieses Jahr 3,5 Prozent und für nächstes Jahr 3,6 Prozent. Das sei eine weitere Herabsetzung seit der Prognose im Oktober, als der IWF die Erwartungen bereits zurückgeschraubt hatte. Damals seien vor allem die "negativen Effekte" des Handelsstreits zwischen den USA und China dafür verantwortlich gewesen.

Der Pessimismus habe mit einer schwächeren Entwicklung in vielen Ländern in der zweiten Jahreshälfte 2018 zu tun - darunter in Deutschland wegen der Probleme rund um den neuen Abgastest und in Italien, wo der Schuldenstreit die Binnennachfrage hemmt. Für die Bundesrepublik senkte der IWF seine Prognose für das laufende Jahr um satte 0,6 Punkte auf nur noch 1,3 Prozent, für Italien um 0,4 Punkte auf 0,6 Prozent.

In Deutschland macht der Währungsfonds auch einen schwächeren Privatkonsum, eine schwächere industrielle Produktion vor allem in der Automobilindustrie und eine niedrigere Nachfrage aus dem Ausland für die Entwicklung verantwortlich. In Italien drückten eine niedrige Binnennachfrage und hohe Kreditkosten die Entwicklung und in Frankreich unter anderem die seit Monaten anhaltenden Straßenproteste.

Insgesamt geht der IWF für die Eurozone in diesem Jahr von einem BIP-Wachstum von 1,6 Prozent aus. Damit senkte der Fonds seine Erwartungen für 2019 seit Oktober noch einmal um 0,3 Punkte.

Gefährlich für die Weltkonjunktur blieben nach wie vor die anhaltenden Handelskonflikte, aber auch neue Risiken wie ein EU-Austritt Großbritanniens ohne Abkommen und eine weitere Abschwächung des Wirtschaftswachstums in China, warnte der IWF. Wichtig sei nun für alle Länder, "kooperativ und rasch ihre Handelsspannungen zu lösen" sowie Wachstumsimpulse für die eigene Wirtschaft zu setzen.

AFP