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Johnson kündigt neuen Lockdown in England zu Eindämmung der Corona-Krise an

Johnson kündigt einen neuen Lockdown an
Johnson kündigt einen neuen Lockdown an
© © 2020 AFP
Angesichts der drastisch steigenden Corona-Infektionszahlen hat der britische Premierminister Boris Johnson einen erneuten Lockdown für England angekündigt.

Angesichts der drastisch steigenden Corona-Infektionszahlen hat der britische Premierminister Boris Johnson einen erneuten Lockdown für England angekündigt. Dieser beginne am Donnerstag und solle bis zum 2. Dezember dauern, sagte Johnson am Samstagabend in einer im Fernsehen übertragenen Rede. Die Schulen sollen in dieser Zeit geöffnet bleiben.

"Jetzt ist die Zeit um Handeln, weil es keine Alternative gibt", sagte Johnson. Das Coronavirus verbreite sich "noch schneller als im schlimmsten Szenario der wissenschaftlichen Berater". Unmittelbar vor der Bekanntgabe des erneuten Lockdowns hatte die Zahl der Corona-Infektionsfälle in Großbritannien die Schwelle von einer Million überschritten, nachdem fast 22.000 Neuinfektionen binnen 24 Stunden gemeldet worden waren.

Der Premierminister hatte es nach dem ersten landesweiten Lockdown im März bisher abgelehnt, eine solche Maßnahme erneut zu beschließen. Er setzte stattdessen auf regionale Beschränkungen nach einem dreistufigen Warnsystem. Experten warnten aber schon seit Tagen, dass diese Maßnahmen nicht mehr ausreichten, um die rasante Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen.

Großbritannien hat mit mehr als 46.000 Todesfällen die höchste Zahl an Corona-Toten in Europa zu beklagen. Allein in England werden nach Angaben des britischen Statistikamts derzeit jeden Tag mehr als 50.000 neue Infektionsfälle verzeichnet.

Damit werden nach Einschätzung von Experten selbst die düstersten Corona-Prognosen übertroffen: Wie aus Dokumenten der wissenschaftlichen Beratergruppe der Regierung für Notfälle (Sage) hervorgeht, könnte die Zahl der Infizierten und Krankenhauseinweisungen sogar die Berechnungen für den schlimmsten Fall übertreffen. Das im Juli ausgearbeitete Worst-Case-Szenario ging von weiteren 85.000 Todesfällen in einer zweiten Infektionswelle im Winter aus.

In Schottland, Wales und Nordirland haben die Regionalregierungen angesichts der steigenden Infektionszahlen schon wieder einen Teil-Lockdown verhängt.

AFP

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