VG-Wort Pixel

Kampf gegen Waldbrand in Sachsen geht weiter

Löschhubschrauber im Einsatz
Löschhubschrauber im Einsatz
© AFP
Der Waldbrand in der Sächsischen Schweiz hat am Montag weiterhin hunderte Feuerwehrkräfte beschäftigt. Ein Sprecher des Landkreises Sächsische Schweiz-Osterzgebirge sprach von etwa 500 eingesetzten Feuerwehrleuten im Tagesverlauf. Das Problem sei, dass Glutnester im Boden wanderten und sich ausbreiteten. Diese würden "mit Barrikaden bekämpft".

Die Humusschicht des Waldbodens sollte demnach aufgegraben und ein Schaumteppich aufgebracht werden, um so die sich im Boden verbreitende Glut einzudämmen. Laut Landkreis bestätigte ein Drohnenflug am Sonntagabend zudem eine Feuerstelle in 20 Metern Höhe. Diese war für die Feuerwehrleute nicht erreichbar und sollte deshalb mit Helikoptern bekämpft werden. Die Löschhubschrauber seien "sehr wirkungsvoll", sagte der Kreissprecher.

Die Bundeswehr unterstützte die Feuerwehrkräfte am Montag mit fünf Hubschraubern zur Löschung und einem Helikopter zur Koordination. Am Nachmittag besuchten Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) und Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) das Waldbrandgebiet, um sich vor Ort ein Bild von der aktuellen Lage zu machen. "Wir dürfen nicht zulassen, dass ein Naturerbe wie die Sächsische Schweiz von den Flammen verschlungen wird", sagte Lambrecht. Es sei bisher eine Million Liter Löschwasser ausgetragen worden, die Piloten seien schon mit rund 2000 Flugstunden im Einsatz.

Lambrecht kündigte weitere Unterstützung bis zum kommenden Sonntag an, wofür ihr Kretschmer dankte. "Das Feuer hat eine klaffende Wunde in den Nationalpark gerissen", sagte der Ministerpräsident. Der Einsatz werde Sachsen noch eine ganze Weile beschäftigen.

Die Löscharbeiten gingen am Montag in die zweite Woche. Der Brand war am 24. Juli im tschechischen Nationalpark Böhmische Schweiz ausgebrochen und griff dann auf deutsches Gebiet über. Mitte der vergangenen Woche entspannte sich die Lage den Behörden zufolge zuerst. Aufgrund drehenden Winds weitete sich der Brand jedoch dann wieder aus. Auch kurzzeitiger Regen schaffte keine Abhilfe.

In Brandenburg entspannte sich die Lage beim Großbrand in der Nähe der Stadt Falkenberg hingegen weiter. Der Landkreis beendete am Montag die eine Woche zuvor ausgerufene Großschadenslage. Die Lage werde "als stabil" eingeschätzt, teilte der Kreis Elbe-Elster mit. Die Situation vor Ort habe sich eine Woche nach Brandausbruch kontinuierlich entspannt.

Das Gebiet solle jedoch im Auge behalten und weiter engmaschig mit Einsatzkräften bestreift werden, um bei Bedarf Maßnahmen ergreifen zu können. Gegen eine große und unkontrollierbare Ausbreitungsgefahr sei jedoch alles getan worden, indem Flächen gezielt abgebrannt und Zuwegungen im Gelände gebaut wurden.

Der Landkreis hob zudem die Sperrung eines Teilstücks der Bundesstraße 183 am Morgen wieder auf. Auch das Gewerbegebiet Lönnewitz war wieder zugänglich. Das Einsatzgebiet Kölsa-Rehfeld blieb laut Landkreis jedoch weiter für die Allgemeinheit gesperrt, um die Kontrolltätigkeiten nicht zu behindern und weil noch Gefahr von umstürzenden Bäumen ausging.

Der Landkreis bezeichnete den Brand am Montag "als flächenmäßig größtes Brandereignis im Land Brandenburg in diesem Jahr". Das Feuer war eine Woche zuvor aus zunächst unbekannter Ursache in einem Waldgebiet mit Windkraftanlagen ausgebrochen. Heftige Sturmböen und Munitionsfunde erschwerten die Löscharbeiten erheblich. Zwischenzeitlich mussten deshalb mehrere Ortschaften evakuiert werden.

AFP

Mehr zum Thema

Das könnte sie auch interessieren

Newsticker