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Karstadt und Kaufhof schließen sich zusammen

Die beiden deutschen Traditionswarenhäuser Karstadt und Kaufhof schließen sich zusammen. Es entstehe ein "starkes Unternehmen" mit 243 Standorten in Europa und 32.

Filialen von Karstadt und Kaufhof in Düsseldorf

Filialen von Karstadt und Kaufhof in Düsseldorf

Die beiden deutschen Traditionswarenhäuser Karstadt und Kaufhof schließen sich zusammen. Es entstehe ein "starkes Unternehmen" mit 243 Standorten in Europa und 32.000 Mitarbeitern, erklärten die Eigentümer, die österreichische Karstadt-Mutter Signa und der kanadische Kaufhof-Eigentümer HBC, am Dienstag. Die Kartellbehörden müssen die Fusion noch genehmigen.

Es handle sich um eine "Fusion unter Gleichen", erklärten die Eigentümer. Allerdings wird Signa einen Anteil von 50,01 Prozent an dem neuen Gemeinschaftsunternehmen halten, die Hudson's Bay Company (HBC) 49,99 Prozent. Chef des Gemeinschaftsunternehmens wird Stefan Fanderl, bislang schon Vorstandsvorsitzender von Karstadt.

Auch die verschiedenen Online-Plattformen der beiden Kaufhausketten werden zu einer zusammengeführt. Ziel der Fusion sei es, "das Einzelhandelsgeschäft zukunftsfähig zu machen und im digitalen Zeitalter einen der führenden Omnichannel-Anbieter entstehen zu lassen", erklärten Signa und HBC. Der Zusammenschluss biete "zahlreiche Chancen" wie effizientere Prozesse, ein breiteres Warenangebot, neue Formate im stationären Einzelhandel sowie leistungsfähige Online-Plattformen.

Beide Kaufhaus-Ketten leiden seit Jahren unter der Online-Konkurrenz. Kaufhof ist in den roten Zahlen, Karstadt gelang im vergangenen Geschäftsjahr der erste Gewinn seit zwölf Jahren.

Der Österreicher René Benko hatte mit seiner Investmentfirma Signa, seit 2014 Eigentümer von Karstadt, schon mehrfach versucht, Kaufhof zu übernehmen. 2015 ging die Kette jedoch zunächst an HBC. Der Konzern aus Kanada konnte die Umsatzrückgänge bei Kaufhof aber nicht stoppen.

Signa ist vor allem im Immobiliengeschäft tätig. Die Investmentfirma erwerbe "im Rahmen der Partnerschaft" nun 50 Prozent am europäischen Immobilienbestand von HBC, wie die Unternehmen mitteilten. Dazu gehören etwa das Kaufhof-Gebäude in Köln oder das Carsch-Haus in Düsseldorf.

HBC-Chefin Helena Foulkes erklärte, die Partnerschaft mit Signa sei eine "kluge und strategisch sinnvolle Entscheidung". Karstadt-Chef Fanderl nannte die Fusion "eine ideale Lösung".

Zu möglichen Folgen für die Mitarbeiter schwiegen sich die Unternehmen aus. Medienberichten zufolge könnten bei Kaufhof 5000 von rund 20.000 Stellen gestrichen werden. Die Gewerkschaft Verdi rief die Eigentümer bereits auf, ihrer sozialen Verantwortung nachzukommen.

AFP

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