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Katalanischer Unabhängigkeitsführer verweigert Anklägern Antworten

Der Hauptangeklagte im Prozess gegen zwölf katalanische Unabhängigkeitsführer hat sich geweigert, die Fragen der spanischen Staatsanwaltschaft zu beantworten.

Kataloniens Ex-Vize-Regionalpräsident Oriol Junqueras

Kataloniens Ex-Vize-Regionalpräsident Oriol Junqueras

Der Hauptangeklagte im Prozess gegen zwölf katalanische Unabhängigkeitsführer hat sich geweigert, die Fragen der spanischen Staatsanwaltschaft zu beantworten. "Ich werde für meine Ideen verfolgt und nicht für meine Taten", sagte der ehemalige Vize-Regionalpräsident Oriol Junqueras am Donnerstag bei seinem ersten Auftritt vor dem Obersten Gerichtshof in Madrid. "Ich werde keine Fragen der Anklage beantworten."

Junqueras drohen 25 Jahre Gefängnis wegen "Rebellion" und Zweckentfremdung öffentlicher Gelder. Er sei nicht in der Lage sich zu verteidigen, da er von seinen "demokratischen Überzeugungen abweichen" könne und die Anklage nicht aufhören werde, ihn deswegen zu verfolgen, sagte Junqueras.

"Nichts, was wir getan haben, stellt eine Straftat dar. Nichts, absolut nichts." Friedlich auf die Unabhängigkeit Kataloniens hinzuarbeiten sei kein Verbrechen, sagte er.

Dem ehemaligen Vize-Regionalpräsidenten Kataloniens sowie elf weiteren Unabhängigkeitsführern wird vorgeworfen, im Oktober 2017 ein von der spanischen Justiz als illegal eingestuftes Unabhängigkeitsreferendum organisiert zu haben. Der damalige Regionalpräsident Carlos Puigdemont erklärte im Anschluss die Loslösung von Spanien.

Die damals konservative Zentralregierung stellte die Region daraufhin unter Zwangsverwaltung und ließ mehrere Unabhängigkeitsbefürworter inhaftieren. Den zwölf Anführern der Unabhängigkeitsbewegung, denen seit Dienstag der Prozess gemacht wird, drohen langjährige Haftstrafen.

Puigdemont bleibt nach seiner Flucht ins belgische Exil ein Prozess erspart, da die spanische Justiz keine Prozesse in Abwesenheit des Angeklagten führt. Sie hatte sich vergeblich um die Auslieferung Puigdemonts unter anderem auch von Deutschland bemüht.

AFP

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