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Klimaschützer fordern schnellen Kohleausstieg vor Großprotesten im Rheinland

Kurz vor den angekündigten Antikohleprotesten im rheinischen Tagebaurevier haben die Organisatoren ihre Forderung nach einem schnellen Kohleausstieg bekräftigt.

Blockade durch Kohlegegner am Tagebau Garzweiler im Mai

Blockade durch Kohlegegner am Tagebau Garzweiler im Mai

Kurz vor den angekündigten Antikohleprotesten im rheinischen Tagebaurevier haben die Organisatoren ihre Forderung nach einem schnellen Kohleausstieg bekräftigt. "Die Klimakrise ist grausame Realität, wir rasen ungebremst auf eine vier bis sechs Grad heißere Welt zu", erklärte die Sprecherin des Aktionsbündnisses Ende Gelände, Kathrin Henneberger, am Mittwoch in Erkelenz am Braunkohletagebau Garzweiler, wo am Samstag eine Großdemonstration stattfinden soll.

"Wir müssen sofort raus aus der Kohle, nicht erst in 20 Jahren", fügte Henneberger hinzu. Carla Reemtsma von der Schülerbewegung Fridays for Future verwies darauf, dass das rheinische Braunkohlerevier "die größte CO2-Quelle Europas" sei und "der Ort, an dem unser aller Zukunft zerstört wird". "Wir brauchen einen schnellen Kohleausstieg und das Ende aller Subventionen in fossile Energieträger", forderte Reemtsma.

Niklas Schinerl von Greenpeace mahnte, nur mit einem "schnellen Start des Kohleausstiegs" könnten der Hambacher Wald am rheinischen Braunkohletagebau Hambach und die vom Kohleabbau betroffenen Dörfer gerettet werden. Doch der Tagebaubetreiber RWE stemme sich "mit aller Macht dagegen und befeuert damit die Klimakrise und gefährdet den sozialen Frieden in der Region".

Bis einschließlich Sonntag sind im rheinischen Braunkohlerevier zwischen Aachen, Mönchengladbach und Köln eine ganze Reihe Protestaktionen geplant. So findet am Freitag eine internationale Großdemonstration von Fridays for Future in Aachen statt, zu der tausende Teilnehmer aus 17 Ländern erwartet werden.

Am Samstag ist unter dem Motto "Kohle stoppen - Klima und Dörfer retten" eine weitere Demonstration am Tagebau Garzweiler südlich von Mönchengladbach geplant. Veranstalter ist ein Bündnis umwelt- und zivilgesellschaftlicher Gruppen wie Campact, BUND und Greenpeace.

Im Zuge der Proteste soll es auch eine Fahrraddemonstration sowie eine Kundgebung am vom Tagebau bedrohten Dorf Erkelenz-Keyenberg geben. Auch Anhänger von Fridays for Future werden am Samstag am Tagebau Garzweiler erwartet.

Zugleich plant das Klimabündnis Ende Gelände das ganze Wochenende über Aktionen gegen Tagebauinfrastrukturen im Rheinland. Dort betreibt der RWE-Konzern die Braunkohletagebaue Garzweiler, Hambach und Inden, die seit langem im Fokus von Kohlegegnern stehen. Bei Aktionen von Ende Gelände gab es in den vergangen Jahren wiederholt Polizeieinsätze.

RWE rief auch im Vorfeld der diesjährigen Proteste die Teilnehmer dazu auf, "besonnen zu bleiben". "Bitte bringen Sie sich nicht in Gefahr - was als 'ziviler Ungehorsam' ausgegeben wird, ist in Wirklichkeit gefährlicher Leichtsinn und eindeutig rechtswidrig", erklärte RWE Power-Vorstandsmitglied Lars Kulik am Dienstag. Wer zum Beispiel in betriebliche Anlagen eindringe oder Arbeitsabläufe blockiere, begehe Straftaten, "die RWE konsequent zur Anzeige bringt".

AFP