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Knapp eine Milliarde Menschen weltweit wegen Corona-Pandemie unter Ausgangssperre

Die Welt im Ausnahmezustand
Die Welt im Ausnahmezustand
© © 2020 AFP
Die Welt im Ausnahmezustand: Im Kampf gegen die Corona-Pandemie gelten rund um den Globus derzeit für knapp eine Milliarde Menschen Ausgangssperren oder Ausgangsbeschränkungen.

Die Welt im Ausnahmezustand: Im Kampf gegen die Corona-Pandemie gelten rund um den Globus derzeit für knapp eine Milliarde Menschen Ausgangssperren oder Ausgangsbeschränkungen. Weltweit stieg die Zahl der Infektionsfälle am Sonntag laut einer Zählung der Nachrichtenagentur AFP auf über 300.000. Besonders dramatisch entwickelt sich in Europa die Lage in Italien und Spanien. Die spanische Regierung will die Ausgangssperre deshalb bis 11. April verlängern.

Bis Sonntagvormittag wurden mehr als 308.000 Infektionsfälle in 170 Ländern und Gebieten registriert, wie eine Zählung von AFP auf Grundlage von Behördenangaben ergab. 13.444 Menschen starben an den Folgen der Infektion.

Allein in Italien, dem am schlimmsten von der Pandemie betroffenen Land in Europa, steckten sich 53.578 Menschen an, 4825 starben. In China, dem Ursprungsland des Virusausbruchs, infizierten sich mehr als 81.000 Menschen, 3261 starben. Die am schlimmsten betroffenen Länder nach Italien und China sind Spanien (1720 Tote), der Iran (1685 Tote), Frankreich (562 Tote) und die USA (340 Tote).

In Italien, dem neuen Epizentrum der Pandemie, ist die Lage nach wie vor düster. Die Sterblichkeitsrate liegt dort bei 8,6 Prozent und damit deutlich höher als in den meisten anderen Ländern. Mehr als ein Drittel der Todesfälle weltweit entfällt auf das Land mit 60 Millionen Einwohnern.

Trotz Ausgangssperren breitet sich das Virus in Italien weiter aus. Die Regierung verfügte deshalb die Schließung aller "nicht lebensnotwendigen" Unternehmen und Fabriken. Die Polizei patrouillierte am Sonntag in den verlassenen Straßen Roms. Auch an Italiens Stränden wurde kontrolliert, nachdem sich regionale Behörden beschwert hatten, dass dort viele Menschen entgegen ausdrücklicher Verbote die Sonne genossen.

In Spanien stieg die Zahl der Infektions- und Todesfälle drastisch an. Innerhalb von 24 Stunden erlagen nach offiziellen Angaben fast 400 weitere Menschen dem Virus. Angesichts dieser Entwicklung will die Regierung die bereits bestehende landesweite Ausgangssperre bis zum 11. April verlängern. Dies kündigte Regierungschef Pedro Sánchez am Sonntag an - diesem Schritt muss aber erst noch das Parlament zustimmen.

Die britische Regierung, die wegen ihres lange Zeit zögerlichen Umgangs mit der Corona-Krise heftig kritisiert worden war, verschärfte ihre Maßnahmen. Die Regierung rief am Sonntag 1,5 Millionen Risikopatienten dazu auf, sich drei Monate lang in Quarantäne zu begeben. Premierminister Boris Johnson warnte vor einem "krassen" Anstieg bei den Infektionszahlen.

In China wurde am Sonntag erstmals seit vier Tagen wieder eine im Inland übertragene Neuinfektion gemeldet, nachdem die Fallzahlen in den vergangenen Tagen deutlich zurückgegangen waren. In der Volksrepublik und anderen asiatischen Ländern werden nun Befürchtungen laut, die Zahlen könnten durch aus Europa "importierte" Infektionen wieder ansteigen.

Für mehr als ein Drittel der US-Bürger gelten inzwischen Ausgangsbeschränkungen. Betroffen sind mehrere Bundesstaaten und unter anderem die drei größten Städte New York, Los Angeles und Chicago. New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo warnte, die Lahmlegung des öffentlichen Lebens werde wahrscheinlich nicht Wochen, sondern Monate dauern.

Die Pandemie hat auch die Wirtschaft und die Aktienmärkte weltweit in die Knie gezwungen. Die USA – die größte Volkswirtschaft der Welt – bereiten gigantische Hilfen im Umfang von mehreren Billionen Dollar vor. Auch mehrere europäische Staaten haben Konjunkturpakete angekündigt, um einen wirtschaftlichen Zusammenbruch zu verhindern.

Auch im Nahen Osten bleibt die Alarmbereitschaft weiter hoch. Der Iran meldete am Sonntag 129 neue Todesfälle. Irans geistliches Oberhaupt, Ayatollah Ali Chamenei, wies dessen ungeachtet ein Hilfsangebot der USA brüsk zurück. Der Iran werde von den "Scharlatanen" in den USA keine Hilfe annehmen, sagte Chamenei in einer Fernsehansprache.

AFP

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