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Kramp-Karrenbauer und Dobrindt uneins bei Bewertung des Flüchtlingsstreits

CDU und CSU sind trotz aller Bemühungen um einen gemeinsamen Neustart uneins bei der Bewertung des Ausmaßes ihres Flüchtlingsstreits im Sommer vergangenen Jahres.

Annegret Kramp-Karrenbauer und Alexander Dobrindt

Annegret Kramp-Karrenbauer und Alexander Dobrindt

CDU und CSU sind trotz aller Bemühungen um einen gemeinsamen Neustart uneins bei der Bewertung des Ausmaßes ihres Flüchtlingsstreits im Sommer vergangenen Jahres. Die neue CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer sagte nach ihrem Besuch der CSU-Landesgruppe im Kloster Seeon, die Lage im Flüchtlingsstreit sei "in der Tat ein Blick in den Abgrund" für die Schwesterparteien gewesen. "Ich hoffe, es war auch ein heilsamer Blick."

Hingegen sagte CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt, "ich teile dieses Bild mit dem Abgrund nicht so gerne". Er sei selbst Beteiligter am Streit mit der Schwesterpartei CDU gewesen und habe damals auch immer wieder betont, "dass wir nicht vor einer Zerstörung stehen".

Im Streit um ein Konzept von CSU-Bundesinnenminister Horst Seehofer zur Flüchtlingspolitik stand im Frühsommer auch die Fraktionsgemeinschaft von CDU und CSU zur Debatte. Kramp-Karrenbauer sagte, sie habe vor den CSU-Bundestagsabgeordneten an das damalige Erschrecken erinnert, vor welcher Diskussion CDU und CSU gestanden hätten.

Sie hoffe nun, dass sich in Zukunft an diesen Streit in den Unionsparteien erinnert werde und so verhindert werden könne, in alte Verhaltensmuster zurückzufallen.

Für CDU und CSU müsse künftig gelten, was für sie und ihre Geschwister in ihrer Großfamilie in der Kindheit gegolten habe. "Man streitet untereinander, aber wenn die Nachbarskinder kommen, dann hält man zusammen."

AFP