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Kreml nennt Anschlag auf ostukrainischen Separatistenführer eine "Provokation"

Der Kreml hat den Anschlag auf den ostukrainischen Separatistenführer Alexander Sachartschenko als "Provokation" bezeichnet.

Separatistenchef Alexander Sachartschenko

Separatistenchef Alexander Sachartschenko

Der Kreml hat den Anschlag auf den ostukrainischen Separatistenführer Alexander Sachartschenko als "Provokation" bezeichnet. "Das ist zweifellos eine Provokation", sagte der Sprecher von Russlands Präsident Wladimir Putin laut Berichten russischer Nachrichtenagenturen am Samstag in Moskau. Sachartschenkos Tod werde zu "verstärkten Spannungen in der Region führen" und untergrabe das Minsker Abkommen zur Beendigung der Kämpfe in der Ostukraine, fügte Dmitri Peskow hinzu.

Der Anführer der selbsternannten "Volksrepublik Donezk" war am Freitag bei einer Bombenexplosion in einem Café in Donezk getötet worden. Putin hatte den Bewohnern Donezks umgehend sein Beileid ausgesprochen. Sachartschenko sei ein "wahrer Volksführer" und ein "mutiger und entschlossener" Mensch gewesen. Nach Angaben seines Sprechers hat Putin derzeit aber nicht vor, Sachartschenkos Interimsnachfolger zu treffen.

Der Osten der Ukraine wird seit April 2014 von einem militärischen Konflikt zwischen ukrainischen Regierungstruppen und prorussischen Separatisten beherrscht. Dabei wurden bislang mehr als 10.000 Menschen getötet. Die ukrainische Regierung, die EU und die USA werfen Russland vor, die Separatisten militärisch zu unterstützen. Moskau weist die Vorwürfe zurück.

Der Unternehmer Sachartschenko war im November 2014 zum "Präsidenten" der international nicht anerkannten "Volksrepublik Donezk" gewählt worden. Neben Donezk gibt es auch in der Region Luhansk, einer weiteren Rebellenhochburg, eine selbsternannte Republik.

AFP