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Langjähriges Oberhaupt der Jesiden in deutscher Klinik gestorben

Die lange von der IS-Miliz grausam verfolgte Minderheit der Jesiden im Irak trauert: Ihr Prinz Tahsin Said Ali starb im Alter von 85 Jahren nach langer Krankheit in Deutschland in der KRH Klinik

Eine Jesidin zeigt Bilder von IS-Opfern im Nordirak

Eine Jesidin zeigt Bilder von IS-Opfern im Nordirak

Die lange von der IS-Miliz grausam verfolgte Minderheit der Jesiden im Irak trauert: Ihr Prinz Tahsin Said Ali starb im Alter von 85 Jahren nach langer Krankheit in Deutschland in der KRH Klinik Siloah in Hannover, wie ihr oberster Vertreter in der kurdischen Region des Irak, Khairi Busani, am Montag mitteilte. Der Verstorbene soll seinem Sohn zufolge in der kurdischen Region des Irak beerdigt werden, wie lokale Medien berichteten.

Die kurdischsprachige Minderheit der Jesiden in der Sindschar-Region im Irak war von der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) ab dem Jahr 2014 brutal verfolgt worden. Tausende Männer wurden umgebracht, Frauen und junge Mädchen systematisch vergewaltigt und als Sexsklavinnen gehandelt. Viele Frauen und Mädchen werden derzeit noch immer gefangen gehalten oder vermisst. Die jesidische Aktivistin Nadia Murad, die selbst verschleppt worden war, erhielt im vergangenen Jahr für ihren Kampf gegen sexuelle Gewalt in Konfliktregionen den Friedensnobelpreis.

Die Jesiden haben ihre eigene Religion, die viele Muslime radikal ablehnen. Sie beten der Sonne zugewandt zu ihrem Gott und verehren seine sieben Engel. Der wichtigste ist Melek Taus, auch Engel Pfau genannt. Eine feste religiöse Schrift haben die Jesiden nicht, ihre Religion orientiert sich an mündlichen Überlieferungen. Die Jesiden glauben an Seelenwanderung und Wiedergeburt. Als nichtarabische und nichtmuslimische Iraker wurden die Jesiden schon unter Saddam Hussein im Irak verfolgt und vertrieben.

Die größte Gemeinde der Jesiden gibt es im Irak, die zweitgrößte aber in Deutschland, denn viele Jesiden kamen hierher ins Exil. Prinz Tahseen, der 1933 im Nordwesten des Irak geboren worden war, war jahrzehntelang das Oberhaupt der Jesiden: Er war im Alter von elf Jahren nach dem Tod seines Vaters an die Führung gerückt. Der Regierungschef der autonomen Kurdenregion im Nordirak, Neschirwan Barsani, überbrachte der Familie des Verstorbenen am Montag sein Beileid.

AFP
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