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Laschet: Fähigkeit zum Brückenbauen entscheidend für CDU-Vorsitz

Vor der Entscheidung über die Nachfolge von Kanzlerin Angela Merkel als CDU-Chefin hat der NRW-Landesvorsitzende Armin Laschet die Fähigkeit, "Brücken bauen zu können" als entscheidende Anforderung

Laschet und Kramp-Karrenbauer

Laschet und Kramp-Karrenbauer

Vor der Entscheidung über die Nachfolge von Kanzlerin Angela Merkel als CDU-Chefin hat der NRW-Landesvorsitzende Armin Laschet die Fähigkeit, "Brücken bauen zu können" als entscheidende Anforderung an den neuen Vorsitzenden oder die neue Vorsitzende hervorgehoben. Einen Namen wollte Laschet dabei am Freitag im ZDF-"Morgenmagazin" nicht nennen, doch wird diese Fähigkeit bislang vor allem CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer zugeschrieben.

Ihre aussichtsreichen Mitbewerber, Ex-Fraktionschef Friedrich Merz und Gesundheitsminister Jens Spahn, gelten dagegen als stärker zuspitzend und polarisierend. Laschet sagte in dem Interview lediglich, er habe für sich selbst schon lange eine Entscheidung getroffen, "werde es aber öffentlich nicht sagen". Es sei Sache der Delegierten, darüber zu entscheiden.

Laschet, der auch stellvertretender CDU-Chef ist, wies Interpretationen früherer Äußerungen zurück, er habe vor einer Spaltung der CDU gewarnt. Auch gehe es an diesem Freitag nicht um eine Richtungsentscheidung, denn alle Kandidaten hätten im Grundsatz deutlich gemacht, dass sie proeuropäisch eingestellt seien und sich "an den Koalitionsvertrag gebunden" fühlen. Richtig sei allerdings, dass es in den nächsten Stunden "zwei Nicht-Gewinner" geben werde.

Der Gewinner allein werde es dann anschließend "nicht schaffen, die Partei wieder zusammenzuführen". Zur Kanzlerfrage sagte Laschet, wer die Vorsitzenden-Wahl gewinne, habe den Anspruch, später auch Kanzler oder Kanzlerin zu werden, doch um diese Frage gehe es jetzt noch nicht. Merkel hat zwar auf den CDU-Vorsitz verzichtet, will aber bis zum Ende der Legislaturperiode Bundeskanzlerin bleiben.

Der CDU-Parteitag in Hamburg nimmt am Vormittag seine Beratungen auf. Dabei können neben den drei genannten Bewerbern noch weitere Kandidaten vorgeschlagen werden. Gewählt ist, wer bei der Wahl am Nachmittag dann die Mehrheit der abgegebenen Stimmen erhält. Gelingt dies keinem der Bewerber in der ersten Runde, kommt es zu einer Stichwahl der beiden Bestplatzierten.

AFP

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