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Lateinamerika rückt bei Zahl der Todesfälle an zweiter Stelle nach Europa

Eingang zu einem improvisierten Krankenhaus in Lerida
Eingang zu einem improvisierten Krankenhaus in Lerida
© © 2020 AFP
Lateinamerika entwickelt sich zunehmend zum neuen Brennpunkt der Corona-Pandemie: Mit mehr als 144.

Lateinamerika entwickelt sich zunehmend zum neuen Brennpunkt der Corona-Pandemie: Mit mehr als 144.700 offiziell registrierten Todesfällen überrundete die Region nach einer Zählung von AFP am Montag die USA und Kanada und liegt nun auf dem zweiten Platz hinter Europa. Angesichts weltweit neuer Ausbrüche führen mehr und mehr Länder wieder strikte Beschränkungen ein. Kritik gab es am Verhalten deutscher Touristen auf Mallorca, wo am Montag eine verschärfte Maskenpflicht in Kraft trat.

Am schwersten von der Pandemie in Lateinamerika betroffen ist Brasilien mit 72.100 Corona-Toten - das entspricht fast der Hälfte aller Opfer in Lateinamerika. Es folgen Mexiko, das mit 35.006 Toten inzwischen Italien überrundet hat und weltweit auf den vierten Platz hinter Großbritannien rückte, Peru mit 11.870 und Chile mit 6979 Todesfällen.

Mehr Tote als Brasilien registrieren nur noch die USA mit mehr als 135.000 Opfern. Vor allem der US-Bundesstaat Florida gibt Anlass zur Sorge: Dort meldeten die Behörden eine Rekordzahl von knapp 15.300 Neuinfektionen - die bislang höchste Zahl von Infektionen, die innerhalb eines Tages in einem US-Bundesstaat registriert wurde.

Floridas Gouverneur Ron DeSantis hatte Anfang Mai mit der Lockerung der Maßnahmen begonnen, noch vor den meisten anderen Bundesstaaten. Ende Juni ließ DeSantis Bars wieder schließen, im Unterschied zu anderen Gouverneuren des US-Südens ordnete er jedoch keine Maskenpflicht im öffentlichen Raum an.

Insgesamt infizierten sich weltweit fast 13 Millionen Menschen mit dem Virus, allein seit Anfang Juli waren es 2,5 Millionen Menschen. Knapp 570.000 starben an den Folgen, wie eine AFP-Zählung auf der Basis der Behördenangaben ergab. Knapp 202.700 von ihnen wurden allein in Europa registriert.

Immer wieder sorgen örtliche Infektionsherde für Unruhe. Zuletzt verhängten die Behörden in Katalonien wegen eines starken Ausbruchs rund um die Stadt Lleida (Lérida) eine erneute Ausgangssperre; davon waren rund 200.000 Menschen in der nordostspanischen Region betroffen.

Nur einen Tag nach Beginn der Ausgangssperre wurde diese jedoch vom Obersten Gericht Kataloniens wieder außer Kraft gesetzt. Sie verstoße gegen geltendes Recht, befanden die Richter am Montag. Die Gesundheitsbeauftragte Alba Vergés rief dazu auf, sich trotz des Urteils an die Corona-Beschränkungen zu halten.

Auf Mallorca und den anderen Balearen-Inseln trat am Montag eine verschärfte Maskenpflicht in Kraft. Der Mund- und Nasenschutz muss nun in allen geschlossenen öffentlichen Räumen sowie auch auf der Straße und im Freien getragen werden, sobald die Möglichkeit besteht, auf andere Menschen zu treffen.

Am Wochenende sorgten Bilder aus Mallorcas Partyhochburgen für Schlagzeilen, die hunderte Touristen, darunter viele Deutsche, beim Feiern zeigen. Kaum einer trug eine Maske oder hielt sich an Abstandregeln.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) äußerte sich besorgt über diese Partys. "Wir müssen sehr aufpassen, dass der Ballermann nicht ein zweites Ischgl wird", sagte Spahn in Berlin. Der österreichische Skiort war im März zum Hotspot für Corona-Infektionen in ganz Europa geworden.

Aus Furcht vor einer zweiten Corona-Welle wurde unterdessen in Südafrika wieder eine landesweite nächtliche Ausgangssperre verhängt. In der philippinischen Hauptstadt Manila gilt für die rund 250.000 Einwohner des Bezirks Navotas ab Mitte der Woche eine zweiwöchige Ausgangssperre. Und Sri Lanka ordnete nach nur einer Woche die erneute Schließung aller Schulen an.

AFP

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