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Lateinamerika überholt Europa bei Zahl der Corona-Infektionen

Krankenhaus in Lima
Krankenhaus in Lima
© © 2020 AFP
Erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie hat Lateinamerika bei der Zahl der Corona-Infektionen Europa erholt.

Erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie hat Lateinamerika bei der Zahl der Corona-Infektionen Europa erholt. Nach einer Zählung von AFP vom Freitag meldeten die südamerikanischen Behörden insgesamt 2,73 Millionen Fälle und Europa knapp 2,7 Millionen Fälle. Mit mehr als 2,8 Millionen Fällen, davon allein über 2,7 Millionen in den USA, ist Nordamerika weiterhin am härtesten von der Pandemie betroffen. Weltweit stieg die Zahl der Infizierten auf fast 10,9 Millionen und die Zahl der Toten auf mindestens 521.000.

Allen Anstrengungen zum Trotz wird es noch Monate dauern, bis ein Impfstoff gegen das Virus auf den Markt kommen kann. Staaten weltweit hoffen nun auf ein wirkungsvolles Medikament zur Behandlung von Covid-19. Nun erteilte die EU-Kommission dem Medikament Remdesivir eine bedingte Zulassung. Es gehe darum, "einen ungedeckten medizinischen Bedarf" zu decken, teilte sie am Freitag mit.

Die Europäische Arzneimittelagentur EMA empfiehlt die Zulassung von Remdesivir für die Behandlung von Patienten ab zwölf Jahren, die an einer Lungenentzündung leiden und mit Sauerstoff versorgt werden müssen. Der Wirkstoff verkürzt laut einer Studie vom April die Genesungsdauer von Patienten, Sterbenskranke kann er allerdings nicht vor dem Tod retten.

Remdesivir wurde von dem US-Hersteller Gilead eigentlich zur Behandlung von Ebola entwickelt. In den USA und mehreren asiatischen Staaten erhielt das Medikament bereits Ausnahmegenehmigungen für die Behandlung von Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus. Die US-Regierung hatte zudem Anfang der Woche mitgeteilt, sich nahezu die gesamte Produktion des Mittels für die nächsten Monate gesichert zu haben.

Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums ist das Mittel in Deutschland dennoch in ausreichendem Maße verfügbar, weil es Reserven gebe. Zudem sei mit der Zulassung auch eine Verpflichtung für Gilead verbunden, "in einem angemessenen Umfang" Remdesivir nach Europa zu liefern. Das US-Unternehmen erklärte dazu, es arbeite gemeinsam mit der EU daran, den Behandlungsbedarf der Patienten in ganz Europa zu decken".

Die britische Regierung lockerte unterdessen seine Corona-Einreisebeschränkungen nach England für Menschen aus mehr als 50 Staaten. Auch Deutschland, Frankreich, Spanien, Italien und Neuseeland gehören dazu, nicht aber die USA. Die betroffenen Länder müssen demnach ab dem 10. Juli bei einer Reise nach England nicht mehr in die 14-tägige Quarantäne. In anderen Teilen des Vereinigten Königreichs wird allerdings weiterhin die Quarantäne-Vorschrift gelten: Schottland, Wales und Nordirland werden laut London noch ihre eigenen Bestimmungen erlassen. Das Außenministerium in London kündigte zudem an, dass es von Samstag an seine Reisewarnung für Länder mit niedrigem Coronavirus-Infektionsrisiko aufheben wolle.

Wegen der Quarantäne-Pflicht warnt das Auswärtige Amt in Berlin bislang vor Reisen nach ganz Großbritannien. Die britische Regierung äußerte jedoch die Erwartung, dass die jetzige Teil-Aufhebung der Vorschrift zu entsprechenden Lockerungen bei den betroffenen Staaten führen werde.

London hatte die Quarantäne-Pflicht zum 8. Juni verhängt. Sie galt auch für britische Staatsbürger, die aus dem Ausland zurückkehren. Großbritannien ist mit rund 44.000 Corona-Toten das am stärksten von der Pandemie betroffene Land in Europa. Die Infektionsraten gingen zuletzt jedoch zurück.

AFP

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