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Lehrergewerkschaften mahnen Gesundheitsschutz bei Öffnung der Schulen an

Angesichts der geplanten Schulöffnungen haben Lehrergewerkschaften und der Bundeseltern einen strikten Gesundheitsschutz für Lehrer und Schüler angemahnt.

Schule in Nordrhein-Westfalen

Schule in Nordrhein-Westfalen

Angesichts der geplanten Schulöffnungen haben Lehrergewerkschaften und der Bundeseltern einen strikten Gesundheitsschutz für Lehrer und Schüler angemahnt. Der Gesundheits- und Infektionsschutz "muss im Zentrum aller Entscheidungen stehen, wenn die Schulen wieder schrittweise öffnen", erklärte die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), der Verband Bildung und Erziehung (VBE) und der Bundeselternrat am Montag in Berlin vor den Beratungen der Kultusministerkonferenz.

Es dürfe keinen Wettbewerb geben, wer zuerst öffnet. Vor Ort müsse eine Gefährdungsbeurteilung vorgenommen werden. Vor der Öffnung müssten Gesundheitsschutz, Pädagogik und Organisation des Schulwegs abgestimmt werden, hieß es in dem gemeinsamen Appell.

Der Schulunterricht soll ab Anfang Mai schrittweise wieder aufgenommen werden. Vielerorts kehrten bereits Abiturienten wegen der anstehenden Prüfungen wieder in die Schulen zurück. Die Regelungen sind in den Ländern teils uneinheitlich. In Nordrhein-Westfalen etwa begann bereits am vergangenen Donnerstag die Schule für die Schüler der Abschlussjahrgänge wieder.

In einer Telefonkonferenz wollten die Kultusminister der Länder am Montagnachmittag über den Gesundheitsschutz in den Schulen beraten und ein Konzept vorlegen. Darin geht es um Empfehlungen etwa zu Hygiene- und Abstandsregelungen oder Unterrichtsorganisation. Das Konzept soll Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Länderchefs als Grundlage für die weiteren Beratungen dienen.

Der VBE-Bundesvorsitzende Udo Beckmann forderte, eine Schule dürfe nicht geöffnet werden, wenn die Einhaltung von Hygienestandards nicht gewährleistet sei. "Die Umgestaltung der Klassenzimmer, die Besorgung von Seife und Papierhandtücher und auch die Zusammenstellung von Informationen für Schüler brauchen Zeit."

Die GEW-Vorsitzende Marlis Tepe warnte zudem erneut vor Ungerechtigkeiten beim Aufarbeiten des Lehrstoffs durch die Schüler zu Hause. Hierbei seien insbesondere die Kinder und Jugendlichen in den Blick zu nehmen, die ohnehin Lernschwierigkeiten hätten oder denen zu Hause aufgrund fehlender Unterstützungsmöglichkeiten nicht ausreichend geholfen werden könne. Tepe warnte davor, "Abschlussprüfungen jetzt auf Teufel komm raus durchzuziehen".

AFP

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