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Leipziger Buchmesse wegen Coronavirus abgesagt

Leipziger Buchmesse abgesagt
Leipziger Buchmesse abgesagt
© © 2020 AFP
Wegen des Coronavirus findet die Leipziger Buchmesse in diesem Jahr nicht statt.

Wegen des Coronavirus findet die Leipziger Buchmesse in diesem Jahr nicht statt. "Die Stadt Leipzig und die Leipziger Messe haben gemeinsam entschieden, die Buchmesse abzusagen", sagte ein Stadtsprecher am Dienstag. Es handle sich um eine "Präventionsmaßnahme", damit sich das Virus in Deutschland nicht weiter ausbreiten könne. Bislang gibt es in Deutschland mindestens 188 bestätigte Infektionen in 13 Bundesländern.

Die Leipziger Buchmesse ist ein Publikumsmagnet mit jährlich fast 300.000 Besuchern. Die Entscheidung sei gemeinsam von Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD), dem Gesundheitsamt und der Messe getroffen worden, sagte der Sprecher. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) schrieb im Kurzbotschaftendienst Twitter: "Gesundheit und Sicherheit gehen in diesem Fall ganz klar vor."

Ziel sei es, die sächsische Bevölkerung zu schützen und eine Ausbreitung des Coronavirus so weit wie möglich einzudämmen und zu bekämpfen. "Dafür gilt es, konsequent, präventiv und verantwortungsbewusst zu handeln", schrieb Kretschmer. Die Messe sollte vom 12. bis 15. März stattfinden. Die Leipziger Buchmesse ist das Frühjahrsereignis der Buch- und Medienbranche.

Parallel dazu finden jedes Jahr Europas größtes Lesefest "Leipzig liest" an hunderten Orten in der Stadt und die Manga-Comic-Con statt. Zur Manga-Comic-Con kommen jedes Jahr mehr als 100.000 Besucher und zahlreiche Ehrengäste unter anderem aus Japan.

Im Bemühen um eine Eindämmung der Epidemie fielen zuvor bereits andere Großveranstaltungen aus, nicht nur in Deutschland. Hierzulande wurden bereits die Tourismusmesse ITB, die Sterneverleihung des Guide Michelin in Hamburg und die Internationale Handwerksmesse in München abgesagt.

Unterdessen breitet sich das Virus in Deutschland weiter aus: Inzwischen seien insgesamt 13 Bundesländer betroffen, sagte Lars Schaade, Vizepräsident des Robert-Koch-Instituts, am Dienstag in Berlin. Mit 101 Fällen bildete Nordrhein-Westfalen weiterhin den bundesweiten Schwerpunkt. Die Gefahr hierzulande sei weiter als "mäßig" einzuschätzen, sagte Schaade.

Er beschrieb das Coronavirus als Erreger, der "voraussichtlich nicht wieder verschwinden wird". Es werde sich eher langfristig etablieren. Ziel muss laut Schaade dennoch die Verlangsamung der Infektionswelle sein. Schaade empfahl Bürgern in stark betroffenen Regionen, ihre Kontakte zu anderen Menschen zu reduzieren und möglichst zu Hause zu bleiben. Unternehmen sollten ihren Mitarbeitern Heimarbeit ermöglichen, schlug er zudem vor.

Angesichts der Ausbreitung warnte die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) vor übereilten Arztbesuchen. "Nichts wäre fataler, sowohl die Patienten als auch die Ärztinnen und Ärzte in den Praxen unnötigen Risiken auszusetzen und damit die Versorgung insgesamt zu gefährden", sagte der stellvertretende KBV-Vorstandschef Stephan Hofmeister in Berlin. Bürger sollten zunächst zu Hause bleiben und beim Arzt oder den regionalen Behörden anrufen, sagte Hofmeister.

"Wir können die Ärzte nicht sehenden Auges der Gefahr aussetzen, sich selbst zu infizieren und damit die Regelversorgung gefährden." Schutzkleidung für Ärzte und deren Mitarbeiter sei daher unabdingbar. KBV-Vorstandschef Andreas Gassen erinnerte außerdem daran, dass Coronavirus sich nicht durch die Luft verbreite. "Es muss also schon ein echter physischer Kontakt zu einem infizierten Menschen oder Sekreten aus dessen Nase oder Rachen bestanden haben", sagte er zum Infektionsrisiko.

Im Laufe des Dienstags meldeten einzelne Bundesländer weitere Ansteckungen. Am Montagabend hatten mit Brandenburg, Sachsen und Thüringen mehrere ostdeutsche Bundesländer erste bestätigte Infektionen gemeldet. Nur im Saarland, in Sachsen-Anhalt und in Mecklenburg-Vorpommern wurden bislang noch keine Ansteckungen mit dem neuartigen Virus bestätigt.

AFP

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