HOME

Leiter von UN-Beobachtermission nimmt seine Arbeit im Jemen auf

Der Leiter der UN-Mission zur Überwachung der Waffenruhe in der jemenitischen Hafenstadt Hodeida hat am Wochenende seine Arbeit in dem Bürgerkriegsland aufgenommen.

Cammaert in Sanaa

Cammaert in Sanaa

Der Leiter der UN-Mission zur Überwachung der Waffenruhe in der jemenitischen Hafenstadt Hodeida hat am Wochenende seine Arbeit in dem Bürgerkriegsland aufgenommen. Der niederländische Ex-General Patrick Cammaert führte zunächst Vermittlungsgespräche mit den Konfliktparteien in Aden und Sanaa. Danach reiste er am Sonntag nach Hodeida weiter, wie aus UN-Kreisen verlautete. Die Hafenstadt spielt eine zentrale Rolle für die Versorgung der hungernden Bevölkerung.

Cammaert sei mit einem Konvoi nach Hodeida gefahren, hieß es am Sonntag aus UN-Kreisen. Am Montag wolle er sich in den Hafen der Stadt am Roten Meer begeben.

Zuvor hatte Cammaert Vermittlungsgespräche mit den Konfliktparteien im Jemen geführt und sie zur Einhaltung der Waffenruhe gemahnt. In Aden kam er am Samstag mit Vertretern der international anerkannten und von Saudi-Arabien militärisch unterstützten jemenitischen Regierung zusammen.

Am Sonntag besuchte er die von den schiitischen Huthi-Rebellen kontrollierte Hauptstadt Sanaa. Dort wurde er von Ali al-Muschiki empfangen, dem obersten Repräsentanten der Rebellen im gemeinsamen Komitee zur Umsetzung der Waffenruhe in Hodeida. Auch sechs weitere UN-Beobachter nahmen an dem Treffen teil, wie ein Fotograf der Nachrichtenagentur AFP berichtete.

Der Sprecher von UN-Generalsekretär Antonio Guterres, Stéphane Dujarric, erklärte, das erste Treffen des gemeinsamen Komitees für die Waffenruhe finde am Mittwoch statt.

Der UN-Sicherheitsrat hatte am Freitag einstimmig die Entsendung ziviler Beobachter nach Hodeida beschlossen. Ein kleines Vorbereitungsteam soll demnach für zunächst 30 Tage mit der Beobachtungsarbeit in der 600.000-Einwohner-Stadt beginnen, später soll die Mission weiter ausgebaut werden.

Unter UN-Vermittlung hatten sich beide Seiten zuvor in Schweden auf eine Waffenruhe für die von den Huthis kontrollierte Hafenstadt Hodeida geeinigt, durch die ein Großteil der Hilfen für die hungernde Bevölkerung ins Land kommt.

Die Feuerpause gilt seit Dienstag, ist jedoch bislang brüchig - für die Verstöße machen sich beide Seiten gegenseitig verantwortlich. So schrieb die von der jemenitischen Regierung kontrollierte Nachrichtenagentur Saba am Wochenende, die Huthi-Rebellen hätten die Waffenruhe in den ersten drei Tagen 63 Mal verletzt.

Im Jemen herrscht seit 2015 ein Krieg zwischen den von Saudi-Arabien und anderen arabischen Staaten unterstützten Truppen von Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi und den schiitischen Huthi-Rebellen, hinter denen der Iran steht. Nach UN-Angaben wurden in dem Konflikt bereits mehr als 10.000 Menschen getötet, unter ihnen tausende Zivilisten.

In dem Land herrscht der UNO zufolge die schlimmste humanitäre Krise weltweit, rund 14 Millionen Menschen leiden akut unter Hunger. Fotos von bis auf die Knochen abgemagerten Kindern im Jemen führen die Notlage der Jemeniten drastisch vor Augen.

AFP

Das könnte sie auch interessieren