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London wirft russischem Militärgeheimdienst großangelegte Hackerangriffe vor

Großbritannien hat dem russischen Militärgeheimdienst GRU vorgeworfen, großangelegte Cyberattacken in aller Welt auszuführen.

Zentrale des Geheimdiensts GRU in Moskau

Zentrale des Geheimdiensts GRU in Moskau

Großbritannien hat dem russischen Militärgeheimdienst GRU vorgeworfen, großangelegte Cyberattacken in aller Welt auszuführen. Der Geheimdienst sei verantwortlich für Hackerangriffe auf politische Institutionen, Unternehmen, Medien und Sportinstitutionen weltweit, erklärte Außenminister Jeremy Hunt am Donnerstag. Der GRU missachte dabei internationales Recht. Verteidigungsminister Gavin Williamson kritisierte, Russland verhalte sich wie ein "Pariastaat". Er kündigte bei einem Nato-Treffen ein gemeinsames Vorgehen mit Großbritanniens Alliierten an.

Großbritannien und seine Verbündeten würden sich den Versuchen entgegenstellen, "die internationale Stabilität zu schwächen", erklärte auch Hunt. Demnach konnte die britische Agentur für Cybersicherheit (NCSC) GRU-Mitarbeiter als Verantwortliche für eine Reihe großangelegter Computerattacken ausmachen.

Viele der Angriffe waren bereits mit Russland in Verbindung gebracht worden, etwa die Erpressersoftware "BadRabbit", die unter anderem Infrastruktur in der Ukraine sowie russische Medien zum Ziel hatte. Die britische Regierung geht davon aus, dass letztlich der Kreml für die Attacken verantwortlich ist.

Zusammen mit den seinen Verbündeten sei es Ziel Großbritanniens, Russland zu "isolieren" und seine "rücksichtslose" Vorgehensweise offenzulegen, sagte Verteidigungsminister Williamson beim Treffen der Nato-Verteidigungsminister in Brüssel. Russlands Handeln sei einer Großmacht nicht würdig. Neben Cyber-Attacken verwies er auch auf den Giftanschlag im südenglischen Salisbury, für den London Moskau verantwortlich macht.

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hatte am Mittwoch angekündigt, die Nato wolle bei Cyber-Angriffen fortan auch in der Lage sein zurückzuschlagen. Großbritannien und Dänemark haben demnach bereits zugesagt, dem Bündnis ihre offensiven Cyber-Fähigkeiten für Gegenschläge zur Verfügung zu stellen. In der Allianz wurde erwartet, dass dies nun auch die USA tun werden.

Die australische Regierung schloss sich den Vorwürfen aus London am Donnerstag an. "Die russischen Streitkräfte und ihr Geheimdienst-Arm GRU sind verantwortlich für dieses Muster von niederträchtiger Cyberaktivität", hieß es in einer Erklärung. Das russische Vorgehen sei "inakzeptabel".

AFP