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Lukaschenko bezeichnet Demonstranten als vom Ausland ferngesteuerte "Schafe"

Lukaschenko am Sonntag in seinem Wahllokal
Lukaschenko am Sonntag in seinem Wahllokal
© © 2020 AFP
Nach den Protesten gegen die Präsidentschaftswahl in Belarus hat Amtsinhaber Alexander Lukaschenko die Demonstranten als vom Ausland ferngesteuerte "Schafe" bezeichnet.

Nach den Protesten gegen die Präsidentschaftswahl in Belarus hat Amtsinhaber Alexander Lukaschenko die Demonstranten als vom Ausland ferngesteuerte "Schafe" bezeichnet. Die Behörden hätten Demonstranten abgehört und "Anrufe aus dem Ausland aufgezeichnet", sagte Lukaschenko laut der staatlichen Nachrichtenagentur Belta am Montag bei einem Treffen mit dem Leiter einer Wahlbeobachtermission aus ehemaligen Sowjetrepubliken.

"Es gab Anrufe aus Polen, Großbritannien und Tschechien. Sie habe unsere - verzeihen Sie mir - Schafe gesteuert", sagte Lukaschenko. Der seit 26 Jahren mit harter Hand regierende Staatschef kündigte zudem an, er werde nicht zulassen, dass das Land "auseinandergerissen" werde.

Die Wahlkommission hatte Lukaschenko zuvor zum Sieger erklärt. Die Leiterin der Wahlkommission, Lidija Jermoschina, gab in Minsk das vorläufige Ergebnis bekannt, demzufolge Lukaschenko 80,2 Prozent der Stimmen erhielt. Die Oppositionskandidatin Swetlana Tichanowskaja kam demnach auf 9,9 Prozent. Die 37-jährige Tichanowskaja erklärte sich am Montag allerdings selbst zur Wahlsiegerin und rief Lukaschenko zum Rückzug auf.

Ungeachtet eines Demonstrationsverbots waren am Sonntagabend tausende Menschen in Minsk auf die Straße gegangen. Die Sicherheitskräfte gingen mit Schockgranaten, Wasserwerfern und Gummigeschossen gegen die Protestierenden vor. Nach Angaben des Innenministeriums wurden landesweit rund 3000 Menschen festgenommen und dutzende Zivilisten und Polizisten verletzt.

AFP

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