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Maduro und Guaidó vereinbaren gemeinsames Vorgehen in Corona-Krise

In Venezuela haben sich Staatschef Nicolás Maduro und sein Widersacher Juan Guaidó auf ein gemeinsames Vorgehen in der Corona-Krise verständigt.

Der venezolanische Präsident Nicolás Maduro

Der venezolanische Präsident Nicolás Maduro

In Venezuela haben sich Staatschef Nicolás Maduro und sein Widersacher Juan Guaidó auf ein gemeinsames Vorgehen in der Corona-Krise verständigt. Maduro und Guaidó wollen zusammen und unter Beteiligung der Panamerikanischen Gesundheitsorganisation nach Finanzmitteln zur Bekämpfung des Coronavirus suchen, hieß es in einer am Dienstag im Staatsfernsehen verlesenen Erklärung.

Die Vereinbarung zwischen dem Präsidenten und dem Oppositionschef ist erstaunlich, da beide seit mehr als einem Jahr in einen erbitterten Machtkampf verstrickt sind. Guaidó beansprucht das Amt des Staatschefs für sich. Anfang 2019 rief er sich zum Übergangspräsidenten aus.

Maduro und Guaidó legten der Erklärung zufolge auch gemeinsame Prioritäten bei der Bekämpfung der Pandemie fest. Dazu gehöre die angemessene Behandlung von Infizierten. Schon vor Verlesen der Erklärung im Fernsehen hatte Guaidós Team mitgeteilt, dass es einen "Plan der technischen Zusammenarbeit" in der von der Pandemie ausgelösten "humanitären Krise" gebe.

Nach Angaben der venezolanischen Behörden gab es im Land bis Dienstag 1819 bestätigte Fälle von Coronavirus-Infektionen und 18 registrierte Todesopfer der Pandemie. Experten und Aktivisten vermuten aber, dass die Zahlen deutlich höher liegen.

Die Pandemie verschärft die allgemeine Notlage in dem südamerikanischen Land, das schon seit Jahren in einer schweren Wirtschaftskrise steckt und zudem durch den Konflikt zwischen Maduro und Guaidó politisch tief gespalten ist.

Guaidó wird als Übergangspräsident von rund 60 Staaten offiziell anerkannt, darunter den USA und Deutschland. Trotz massiven Drucks aus Washington und der verheerenden wirtschaftlichen Lage hält sich Maduro aber an der Macht. Er hat unter anderem das Militär hinter sich, aber auch Unterstützung aus Russland und China.

AFP

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