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Massenandrang bei Trauerfeier für getöteten iranischen General Soleimani

Trauerzeremonie für Soleimani in Kerman
Trauerzeremonie für Soleimani in Kerman
© © 2020 AFP
Hunderttausende Iraner haben sich am Dienstag vor der Beisetzung des bei einem US-Drohnenangriff getöteten Generals Kassem Soleimani zu einer Trauerfeier in dessen Heimatstadt Kerman versammelt.

Hunderttausende Iraner haben sich am Dienstag vor der Beisetzung des bei einem US-Drohnenangriff getöteten Generals Kassem Soleimani zu einer Trauerfeier in dessen Heimatstadt Kerman versammelt. Der Kommandeur der iranischen Revolutionsgarden, Hossein Salami, drohte den "Feinden" des Iran mit Vergeltung. Zuvor hatte bereits der iranische Präsident Hassan Ruhani eine scharfe Warnung an die USA gerichtet. Das Parlament in Teheran stufte die US-Streitkräfte als "Terroristen" ein.

Eine große Menschenmenge zog am Dienstagmorgen durch die Straßen von Kerman. Der Andrang in der Stadt im Südosten des Landes war ähnlich groß wie bei den vorherigen Zeremonien zu Ehren des getöteten Generals in Teheran und anderen Städten des Landes, an denen jeweils hunderttausende Menschen teilgenommen hatten.

Auf einem Platz im Stadtzentrum waren zwei Särge mit den sterblichen Überresten Soleimanis und des ebenfalls getöteten Brigadegenerals Hossein Purdschafari aufgebahrt, wie ein AFP-Reporter berichtete.

"Der Märtyrer Kassem Soleimani ist mächtiger und lebendiger, jetzt wo er tot ist", sagte Salami. "Der Feind hat ihn zu Unrecht getötet." er Kommandeur der Revolutionsgarden kündigte in seiner Ansprache Vergeltung an. "Wir werden uns rächen", sagte er an die "Feinde" des Iran gerichtet. Sollte der Iran erneut angegriffen werden, "werden wir das, was sie lieben, in Brand setzen".

Aus der Menge erschallte der Ruf nach dem "Tod Amerikas". Nach Angaben der iranischen Staatsmedien soll Soleimani zwischen 11.30 Uhr und 13.30 Uhr (MEZ) beerdigt werden.

Soleimani war am Freitag in Bagdad zusammen mit vier weiteren Iranern und einem irakischen Milizenführer getötet worden. Der General hatte die für Auslandseinsätze zuständigen Al-Kuds-Brigaden der iranischen Revolutionsgarden befehligt.

Das geistliche Oberhaupt des Iran, Ayatollah Ali Chamenei, hatte nach dem Angriff auf Soleimani eine dreitägige Staatstrauer ausgerufen. Am Sonntag begannen dann die Trauerfeiern für Soleimani in mehreren iranischen Städten.

Die gezielte Tötung des Kommandeurs hatte den Konflikt zwischen den USA und dem Iran dramatisch verschärft. Der Iran kündigte Vergeltung an und erklärte auch einen weiteren Rückzug aus dem internationalen Atomabkommen, das Teheran am Bau von Atomwaffen hindern soll.

Am Montag richtete die iranische Führung erneut eine scharfe Warnung an Washington. "Bedrohen Sie niemals die iranische Nation", schrieb Präsident Ruhani im Kurzbotschaftendienst Twitter als Reaktion auf die jüngste Drohung von US-Präsident Donald Trump mit Angriffen auf 52 iranische Ziele.

Trump hatte Teheran am Wochenende gedroht, die USA würden 52 iranische Ziele "sehr schnell und sehr hart" angreifen, sollte der Iran Vergeltung für die gezielte Tötung Soleimanis üben. Trump stellte dabei ausdrücklich einen Bezug zu 52 US-Bürgern her, die 1979 in der US-Botschaft in Teheran als Geiseln genommen worden waren.

Als Reaktion auf Soleimanis Tötung stufte der Iran am Dienstag außerdem die US-Streitkräfte als "Terroristen" ein. Das Parlament in Teheran verabschiedete am Dienstag ein Gesetz, das sich gegen alle US-Soldaten, die Mitarbeiter des US-Verteidigungsministeriums sowie die Verantwortlichen für den Drohnenangriff auf Soleimani richtet. Demnach wird fortan jegliche Unterstützung für die US-Truppen, sei es militärisch, finanziell oder logistisch, "als Beteiligung an einem terroristischen Akt" gewertet.

Das Parlament verschärfte damit ein im vergangenen April beschlossenes Gesetz, mit dem die USA zum "staatlichen Förderer des Terrorismus" und die US-Truppen in der Region zu "Terrorgruppen" erklärt worden waren. Kurz zuvor hatte US-Präsident Donald Trump die iranischen Revolutionsgarden auf eine Schwarze Liste von "Terrororganisationen" gesetzt.

Das iranische Parlament beschloss am Dienstag außerdem, das Budget der Al-Kuds-Brigaden um umgerechnet 200 Millionen Euro zu erhöhen.

AFP

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