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Mehr als 100.000 Corona-Tote in Brasilien

Hunderte rote Ballons an der Copacabana
Hunderte rote Ballons an der Copacabana
© © 2020 AFP
In Brasilien sind mittlerweile mehr als 100.000 Menschen an einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben.

In Brasilien sind mittlerweile mehr als 100.000 Menschen an einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Die Zahl der Infizierten liegt bei mehr als drei Millionen, wie das Gesundheitsministerium am Samstag mitteilte. Damit ist Brasilien nach den USA das am zweitstärksten von der Corona-Pandemie betroffene Land der Welt. Zum Gedenken an die Opfer ließen Aktivisten an der berühmten Copacabana in Rio de Janeiro hunderte rote Luftballons steigen.

In den vergangenen 24 Stunden seien 905 Todesfälle hinzugekommen, erklärte das brasilianische Gesundheitsministerium. Die Gesamtzahl der Sterbefälle sei damit auf 100.477 gestiegen. Zudem seien 49.970 Neuinfektionen verzeichnet worden. Insgesamt wurde das neuartige Coronavirus somit bei 3.012.412 der 212 Millionen Einwohner Brasiliens nachgewiesen.

Brasilien ist nach den USA sowohl gemessen an den Infektions- als auch den Totenzahlen das am zweitstärksten von der Pandemie betroffene Land der Welt. Experten gehen aber davon aus, dass die Zahlen tatsächlich noch viel höher liegen, da in dem südamerikanischen Land relativ wenig getestet wird.

Zum Gedenken an die Opfer kündigte Senatspräsident Davi Alcolumbre vier Trauertage im Parlament an. An der Copacabana in Rio de Janeiro stellten Aktivisten der Nichtregierungsorganisation Rio de Paz am Samstag hundert schwarze Kreuze in den Sand und ließen tausend rote Luftballons steigen.

Ex-Präsident Luiz Inácio Lula da Silva machte die "Arroganz" des rechtsradikalen Amtsinhabers Jair Bolsonaro für die steigenden Infektions- und Totenzahlen verantwortlich. Weil Bolsonaro das "grausame Virus" als "kleine Grippe" bezeichnet und sich damit "der Wissenschaft und sogar dem Tod widersetzt" habe, trage er die Verantwortung für die vielen Toten, schrieb Lula im Onlinedienst Twitter.

Bolsonaro wird schon seit langem vorgeworfen, die Gesundheitskrise kleinzureden. Der 65-Jährige, der sich bereits selbst mit dem Virus infizierte und deshalb drei Wochen in Quarantäne musste, hatte die Krankheit anfangs als "kleine Grippe" bezeichnet. Er führt zudem einen erbitterten Kampf gegen die Corona-Maßnahmen der Bundesstaaten, setzt sich immer wieder über eine in der Hauptstadt Brasília geltende Maskenpflicht hinweg und missachtet auch das Abstandsgebot.

AFP

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