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Mehrheit der EU-Fraktionen will Spitzenkandidaten als Juncker-Nachfolger

Fast alle Parteien im Europaparlament haben die Forderung bekräftigt, dass einer der Spitzenkandidaten bei der EU-Wahl Nachfolger von Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker werden sollte.

In Brüssel beginnt am Abend ein EU-Sondergipfel

In Brüssel beginnt am Abend ein EU-Sondergipfel

Fast alle Parteien im Europaparlament haben die Forderung bekräftigt, dass einer der Spitzenkandidaten bei der EU-Wahl Nachfolger von Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker werden sollte. "Eine Mehrheit der Fraktionen" sei für dieses Vorgehen, sagte Parlamentspräsident Antonio Tajani nach einem Treffen mit den Fraktionsvorsitzenden am Dienstag. Die Liberalen im EU-Parlament, zu denen auch die Partei von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron gehört, lehnten das Konzept aber weiter ab, wie ihr Fraktionschef Guy Verhofstadt mitteilte.

Die EU-Staats- und Regierungschefs kommen am Abend in Brüssel zusammen, um über das Ergebnis der Europawahl und die Besetzung wichtiger Spitzenposten zu beraten. Bei dem Treffen in Brüssel (ab 18.00 Uhr) geht es insbesondere um die Frage, wer Nachfolger von EU-Kommissionspräsident Juncker werden soll.

Nach der Europawahl von 2014 war mit Juncker erstmals ein Spitzenkandidat einer Parteienfamilie zum Kommissionspräsidenten gewählt worden. Die EU-Staats- und Regierungschefs hatten im vergangenen Jahr aber nochmals klargemacht, dass sie "keinen Automatismus" in der Frage sehen und sich vorbehalten, auch andere Bewerber für den Top-Job vorzuschlagen.

EU-Ratspräsident Donald Tusk will die Personalfrage zudem in einem Paket mit weiteren wichtigen EU-Posten klären. Dazu gehört seine eigene Nachfolge, der Posten des EU-Außenbeauftragten, des Präsidenten des Europaparlaments und der Europäischen Zentralbank (EZB). Die Besetzung eines Postens hat dabei Rückwirkungen auf die Vergabe der anderen, was die Parteizugehörigkeit der Kandidaten und die Herkunft aus großen oder kleinen Ländern angeht.

AFP