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Merkel befürwortet Widerspruchslösung bei der Organspende

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) unterstützt den Vorschlag einer Widerspruchslösung bei der Organspende.

Entnahme eines Spenderorgans

Entnahme eines Spenderorgans

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) unterstützt den Vorschlag einer Widerspruchslösung bei der Organspende. Das Thema solle ohne Fraktionszwang im Bundestag beraten werden, sagte die Kanzlerin am Donnerstag im RTL-Sommerinterview. Die von Merkel befürwortete doppelte Widerspruchslösung sieht vor, dass einem hirntoten Menschen Organe entnommen werden können, wenn er oder seine Hinterbliebenen sich nicht ausdrücklich dagegen gewandt haben. Bislang ist die Organspende nur bei ausdrücklicher Einwilligung möglich.

"Ich persönlich habe große Sympathie für die Widerspruchslösung, also die doppelte Widerspruchslösung, weil ich dann doch aktiv einmal im Leben darüber nachdenken muss, ob ich das möchte oder nicht", sagte Merkel. Sie stellte sich damit hinter einen entsprechenden Vorschlag von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), der sich außerdem auch für die Aufhebung des Fraktionszwangs in dieser Frage ausgesprochen hatte.

Spahn will die Zahl der Organspenden zusätzlich durch ein weiteres neues Gesetz erhöhen, das eine bessere Vergütung der entsprechenden medizinischen Leistungen vorsieht.

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz bekräftigte ihr Nein zur Widerspruchslösung. Diese bringe nichts, solange es kein Vertrauen in das Transplantationssystem gebe, erklärte Stiiftungsvorstand Eugen Brysch. Letzteres sei nur durch klare und einheitliche Regeln zu erreichen. "Dafür ist der Staat verantwortlich. Er muss das Transplantationssystem endlich in seine Hände nehmen."

AFP