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Merkel sagt Burkina Faso Unterstützung im Kampf gegen Dschihadisten zu

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat dem westafrikanischen Land Burkina Faso Unterstützung im Kampf gegen Dschihadisten zugesagt.

Merkel mit den Präsidenten der Anti-Terror-Allianz G5

Merkel mit den Präsidenten der Anti-Terror-Allianz G5

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat dem westafrikanischen Land Burkina Faso Unterstützung im Kampf gegen Dschihadisten zugesagt. Die Sicherheitslage verschlechtere sich, sagte Merkel am Mittwoch nach einem Treffen mit Präsident Roch Marc Kaboré in der Hauptstadt Ouagadougou. Zum Ausbau der Polizei werde Deutschland das Land mit sieben bis zehn Millionen Euro unterstützen.

Wegen der großen Herausforderungen im Sicherheitsbereich wolle Deutschland das Land finanziell sowie beim Ausbau der Polizei und bei der Beratung durch die Bundeswehr unterstützen, erklärte Regierungssprecher Steffen Seibert im Kurzbotschaftendienst Twitter.

Außerdem werde Deutschland Burkina Faso in der Entwicklungszusammenarbeit 5,5 Millionen Euro mehr zur Verfügung stellen, um zur Verbesserung der Bodenqualität und des Wassermanagements beizutragen, erklärte Seibert. Merkel, die als erste Kanzlerin das Land besucht, betonte in einer Pressekonferenz, Burkina Faso gebe 15 Prozent seines Budgets für Sicherheit aus. Dieses Geld fehle an anderer Stelle.

Präsident Kaboré verwies auf die sozioökonomischen Auswirkungen der schlechten Sicherheitslage wie die humanitäre Lage von Binnenflüchtlingen und die Schließung von Schulen. Im Norden und Osten des Landes wurden wegen Angriffen von Dschihadisten tausende Schulen geschlossen, Lehrer werden von den Dschihadisten bedroht und in die Flucht getrieben.

Burkina Faso ist seit vier Jahren immer wieder Ziel islamistischer Anschläge. Zunächst konzentrierten sich die Angriffe auf den Norden des Landes. Inzwischen zielen sie zunehmend auf die Hauptstadt und den Osten ab. Seit 2015 sind mehr als 360 Menschen bei Anschlägen gestorben. Die Sicherheitskräfte des Staates sind nicht in der Lage, die Spirale der Gewalt zu stoppen.

Im Anschluss an das bilaterale Gespräch mit Kaboré traf Merkel die Staatschefs der Anti-Terror-Allianz G5, zu der sich Burkina Faso mit Mali, Mauretanien, Niger und Tschad zusammengeschlossen hat.

Am Donnerstag will Merkel deutsche Truppen in Mali treffen. Dazu besucht sie den Bundeswehrstützpunkt Camp Castor in der Stadt Gao. Derzeit sind dort 823 deutsche Soldaten stationiert - der Großteil des deutschen Kontingents in Mali. Die Bundeswehr ist dort an der UN-Mission Minusma beteiligt, die für Frieden und Sicherheit sorgen soll.

Anschließend reist die Kanzlerin nach Niger weiter, wo sie in der Hauptstadt Niamey mit Präsident Mahamadou Issoufou zusammentreffen soll. Am Freitag wird Merkel dann die zivile EU-Mission Eucap Sahel besuchen, die die örtlichen Behörden beim Kampf gegen Terrorismus, Drogen- und Waffenhandel sowie illegale Einwanderung unterstützt.

AFP

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