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Merkel versichert Iren ihre Unterstützung für offene Grenze zu Nordirland

Inmitten der Brexit-Krise hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) den Iren ihre Unterstützung für eine offene Grenze zum britischen Nordirland versichert.

Merkel in Dublin

Merkel in Dublin

Inmitten der Brexit-Krise hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) den Iren ihre Unterstützung für eine offene Grenze zum britischen Nordirland versichert. "Ich persönlich komme aus einem Land, das viele Jahre durch eine Mauer getrennt war. Ich habe 34 Jahre hinter dem Eisernen Vorhang gelebt. Ich weiß, was es bedeutet, wenn Mauern fallen, wenn Grenzen verschwinden", sagte Merkel am Donnerstag nach einem Treffen mit dem irischen Regierungschef Leo Varadkar in Dublin.

Gespräche mit Menschen, die an der Grenze zwischen der Republik Irland und Nordirland leben, hätten sie bei ihrem Besuch in Dublin "tief beeindruckt", sagte Merkel. Viele Iren befürchten, dass durch den Brexit wieder eine "harte" Grenze zu Nordirland und damit auch neue Gewalt entstehen könnte. Das Karfreitagsabkommen von 1998, das den jahrzehntelangen Nordirland-Konflikt beendet hatte, sieht eine Grenze ohne Kontrollen vor.

Das Karfreitagsabkommen müsse daher "weiter gelten" und auch die Integrität des europäischen Binnenmarktes müsse gewahrt bleiben, sagte Merkel. "Wir wollen bis zur letzten Stunde alles tun, um einen ungeregelten Austritt Großbritanniens abzuwenden."

Auch die britischen Abgeordneten hatten in der Nacht für einen neuen Aufschub des Austrittstermins gestimmt, um einen chaotischen Brexit zu verhindern. Merkel nannte diesen Beschluss "sehr interessant". "Aber wir müssen jetzt weiter verfolgen, was daraus wird, welche Varianten sich daraus ergeben."

Mit Blick auf die laufenden Gespräche der britischen Regierung mit der Labour-Opposition sagte Merkel, in der Diskussion in Großbritannien sei offensichtlich noch "sehr viel Bewegung". "Wir setzen immer noch auf einen geregelten Vorgang", fügte die Kanzlerin hinzu. "Ich vertraue auf das, was wir in Deutschland oft sagen: Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg."

AFP

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