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Mindestens drei Menschen sterben bei Untergang von Flüchtlingsboot vor Tunesien

Erneut sind beim Untergang eines Flüchtlingsbootes im Mittelmeer Menschen ums Leben gekommen.

Flüchtlingsboot im Mittelmeer

Flüchtlingsboot im Mittelmeer

Erneut sind beim Untergang eines Flüchtlingsbootes im Mittelmeer Menschen ums Leben gekommen. Mindestens drei Flüchtlinge ertranken vor der tunesischen Küste, Dutzende weitere wurden nach Angaben der tunesischen Behörden am Freitag noch vermisst. Das Unglück ereignete sich in internationalen Gewässern, wie das Verteidigungsministerium in Tunis mitteilte. Ein Fischerboot habe 16 Schiffbrüchige retten können, sagte ein Ministeriumssprecher der Nachrichtenagentur AFP.

Die geretteten Menschen seien an Bord eines von drei Marineschiffen gebracht worden, die an der Suche beteiligt waren, sagte der Sprecher. Auch ein Hubschrauber habe nach den Schiffbrüchigen gesucht. Die Leichen der drei Ertrunkenen seien am Freitag gefunden worden. Insgesamt hätten sich nach Angaben der Überlebenden 60 bis 70 afrikanische Flüchtlinge auf dem Boot befunden, das am Donnerstag von der libyschen Stadt Suara aus aufgebrochen war. Ein Sprecher des tunesischen Innenministeriums sprach von rund 75 Menschen an Bord.

Derweil konnten 66 Menschen, die am Donnerstag vor der libyschen Küste aus Seenot gerettet worden waren, am Freitag in Italien an Land gehen. Italiens Innenminister Matteo Salvini hatte am Donnerstag noch erklärt, dass er die Flüchtlinge auf keinen Fall ins Land lassen werde.

Regierungschef Giuseppe Conte zufolge erklärten sich Frankreich, Malta, Luxemburg und Deutschland bereit, einen Teil der Menschen aufzunehmen. Daraufhin wurden 36 Geflüchtete, die die italienische Küstenwache vor dem drohenden Untergang ihres Boots gerettet hatte, nach Sizilien gebracht.

Weitere 30 Menschen, die vom Schiff "Mare Jonio" der italienischen Hilfsorganisation Mediterranea gerettet worden waren, gingen auf der italienischen Insel Lampedusa an Land. Das Innenministerium kündigte Ermittlungen wegen Beihilfe zur illegalen Einwanderung an und beschlagnahmte die "Mare Jonio". Das Schiff war bereits im März beschlagnahmt, aber nach einer Woche wieder freigegeben worden.

Die italienische Regierung fährt eine extrem restriktive Flüchtlingspolitik. Sie schloss mehrfach die italienischen Häfen für internationale Rettungsschiffe und kündigte an, keinen Flüchtling ins Land zu lassen.

Immer wieder ertrinken zahlreiche Flüchtlinge im Mittelmeer beim Untergang ihrer oft nicht seetüchtigen Boote, die meisten beim Versuch der Überfahrt von Libyen in die EU. Das UN-Flüchtlingskommissariat UNHCR spricht deshalb von "der tödlichsten Meeresüberquerung der Welt". Einer von 14 Menschen sei im vergangenen Jahr bei der Überfahrt von Libyen nach Europa gestorben.

AFP