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Ministerium: Russland beginnt mit Truppenabzug von ukrainischer Grenze

Russische Soldaten bei Militärmanöver auf der Krim
Russische Soldaten bei Militärmanöver auf der Krim
© © 2021 AFP
Die russische Armee hat nach offiziellen Angaben aus Moskau am Freitag mit dem Abzug von Truppen von der ukrainischen Grenze begonnen.

Die russische Armee hat nach offiziellen Angaben aus Moskau am Freitag mit dem Abzug von Truppen von der ukrainischen Grenze begonnen. Militärische Einheiten seien auf dem Weg zur Küste, zu Bahnverladestationen und Flugplätzen und würden zu ihren ständigen Einsatzorten zurückkehren, erklärte das Verteidigungsministerium in Moskau. Den Truppenabzug hatte der Verteidigungsminister Sergej Schoigu am Vortag angekündigt. Er erklärte, die Ziele der Militärmanöver in der Region seien erreicht.

Russland hatte in den vergangenen Wochen zehntausende Soldaten an der ukrainischen Grenze und auf der Krim stationiert und damit in der Ukraine sowie im Westen Furcht vor einer weiteren Eskalation der Spannungen in der Region ausgelöst. Nach EU-Schätzungen zog Russland mehr als 100.000 Soldaten zusammen. Allein an den Manövern auf der 2014 von Russland annektierten Krim-Halbinsel beteiligten sich nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums rund 10.000 Soldaten und 40 Kriegsschiffe.

Der ukrainische Außenminister Mytro Kuleba begrüßte die Nachricht vom russischen Truppenabzug vorsichtig optimistisch. Dieser würde helfen, die "Spannungen abzubauen". Er beende jedoch nicht die jüngste Eskalation des Konflikts "als Ganzes". Die Ukraine fordere ihre Partner auf, "wachsam zu bleiben (...) und wirksame Maßnahmen zur Einhegung Russlands zu ergreifen", sagte Kuleba.

Die Bundesregierung äußerte sich zurückhaltend: Die Ankündigung zum Truppenabzug sei "zur Kenntnis genommen" worden und könnte eine Entspannung bedeuten, sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes. Zum Umfang des Abzugs lägen aber bisher "keine Erkenntnisse" vor.

Russlands Staatschef Wladimir Putin hatte kurz nach der Ankündigung der Abzugspläne am Donnerstag gesagt, sein ukrainischer Amtskollege Wolodymyr Selenskyj sei jederzeit in Moskau willkommen, um die bilateralen Beziehungen zu besprechen. Die zunehmenden Kämpfe in der Ostukraine müsse dieser jedoch mit den Anführern der Separatisten besprechen. Am Dienstag hatte Selenskyj den russischen Präsidenten zu einem Treffen in der umkämpften Ostukraine eingeladen.

Die Lage zwischen Kiew und Moskau hatte sich zuletzt wieder zugespitzt. Seit Mitte Februar gibt es verstärkte Kämpfe, die einen ohnehin brüchigen Waffenstillstand weiter untergraben. Seit Anfang des Jahres starben in dem Konflikt mindestens 31 ukrainische Soldaten, im Vergleich zu 50 im gesamten Jahr 2020.

In dem seit 2014 andauernden Konflikt zwischen pro-russischen Separatisten und der ukrainischen Armee in der Ostukraine wurden bislang mehr als 13.000 Menschen getötet.

AFP

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