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Missbrauchsopfer begrüßen Strafanzeigen von Juraprofessoren in den 27 Bistümern

Im Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche hat die Opferorganisation Eckiger Tisch das Vorgehen von sechs Strafrechtsprofessoren begrüßt, die Strafanzeige gegen unbekannt in allen 27 Bistümern

Strafanzeigen wegen Missbrauchsskandals in der Kirche

Strafanzeigen wegen Missbrauchsskandals in der Kirche

Im Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche hat die Opferorganisation Eckiger Tisch das Vorgehen von sechs Strafrechtsprofessoren begrüßt, die Strafanzeige gegen unbekannt in allen 27 Bistümern einreichten. Viele Fälle aus der Vergangenheit entzögen sich jedoch staatsanwaltlichen Ermittlungen - etwa wenn nach Vorermittlungen feststehe, dass der Täter verstorben oder die Tat bereits verjährt sei, gab die Organisation am Dienstag zu bedenken.

"Deshalb erneuern wir unsere Forderung zur Einrichtung einer Gerechtigkeits- und Wahrheitskommission", erklärte der Sprecher des Eckigen Tischs, Matthias Katsch. Die Kommission müsse unabhängig sein, in staatlichem Auftrag ermitteln, Zeugen anhören und alle relevanten Archive und Akten auswerten.

Auch müssten die 27 Bistümer in Deutschland und die zahlreichen Ordensgemeinschaften alle ihnen bekannten Missbrauchsfälle, bei denen die Täter noch leben, bei den Staatsanwaltschaften anzeigen. Zudem seien Gespräche über eine angemessene Entschädigung für die Betroffenen sexuellen Missbrauchs durch katholische Geistliche erforderlich.

Die sechs Juraprofessoren hatten am Freitag Strafanzeigen bei den Staatsanwaltschaften eingereicht, die für die 27 Bistümer zuständig sind. Laut "Spiegel" prüfen derzeit fünf Behörden die Einleitung von Ermittlungen.

Laut einer Studie im Auftrag der Bischofskonferenz zum Ausmaß sexuellen Missbrauchs durch Geistliche fanden sich in kirchlichen Personalakten und anderen Dokumenten Hinweise auf 1670 verdächtige Kleriker und 3677 potenzielle Opfer zwischen 1946 und 2014.

AFP

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