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Missbrauchsprozess gegen Filmproduzenten Weinstein in New York begonnen

Weinstein (Mitte) bei seiner Ankunft am Gericht
Weinstein (Mitte) bei seiner Ankunft am Gericht
© © 2020 AFP
Begleitet von einem gewaltigen Medieninteresse hat in New York der Prozess gegen den früheren Filmproduzenten Harvey Weinstein wegen Sexualverbrechen begonnen.

Begleitet von einem gewaltigen Medieninteresse hat in New York der Prozess gegen den früheren Filmproduzenten Harvey Weinstein wegen Sexualverbrechen begonnen. Der 67-Jährige erschien am Montag gestützt auf eine Gehhilfe im Gericht in Manhattan. Vor dem Gerichtsgebäude versammelten sich Demonstranten, die von der Schauspielerin Rosanna Arquette angeführt wurden. Sie hielten Plakate mit Forderungen wie "Gerechtigkeit" für die Missbrauchsopfer in die Höhe.

Am ersten Verhandlungstag ging es in erster Linie um organisatorische Fragen. Die Auswahl der Geschworenen dürfte am Dienstag beginnen und rund zwei Wochen dauern. Der gesamte Prozess dürfte sich über mindestens sechs Wochen ziehen.

Zwar werfen mehr als 80 Frauen - darunter bekannte Schauspielerinnen wie Arquette, Angelina Jolie, Salma Hayek und Gwyneth Paltrow - dem einstigen Hollywood-Mogul sexuelles Fehlverhalten vor. In dem New Yorker Prozess geht es aber nur um zwei Fälle

Eine frühere Produktionsassistentin beschuldigt den Gründer des Miramax-Filmstudios, ihr 2006 in seiner New Yorker Wohnung Oralsex aufgezwungen zu haben. Eine weitere Frau wirft Weinstein vor, sie 2013 in einem Hotelzimmer vergewaltigt zu haben. Viele andere Fälle sind verjährt oder wurden nicht zur Anzeige gebracht.

Dem 67-Jährigen, der gegen Kaution auf freiem Fuß ist, droht bei einer Verurteilung lebenslange Haft. Der "Pulp Fiction"-Produzent hat alle Vorwürfe zurückgewiesen und spricht von einvernehmlichen sexuellen Handlungen.

Das Bekanntwerden der Vorwürfe gegen den mächtigen Filmproduzenten hatte im Oktober 2017 weltweit für Schlagzeilen gesorgt und die #MeToo-Bewegung gegen sexuelle Übergriffe und Gewalt an Frauen losgetreten. In der Folge wurden Vorwürfe gegen zahlreiche Prominente aus der Filmwelt und anderen Branchen laut. Sie verloren Rollen, Posten und Ansehen - strafrechtliche Konsequenzen wie der Prozess gegen Weinstein sind bislang aber die Ausnahme.

AFP

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