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Musikwelt ehrt Dolly Parton und Eminem mit Gala in Los Angeles

Dolly Parton (links) mit Sängerin Pink
Dolly Parton (links) mit Sängerin Pink
© AFP
Country-Ikone Dolly Parton, der Rapper Eminem und die Popgruppe Eurythmics sind am Samstag bei einer Gala in Los Angeles in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen worden. Auch der Sänger Lionel Richie und die Songwriterin Carly Simon wurden geehrt. Die ebenfalls ausgezeichnete britische Band Duran Duran gab bei der feierlichen Zeremonie die Krebserkrankung ihres Ex-Mitglieds Andy Taylor bekannt.

"Ich bin jetzt ein Rockstar!", rief Dolly Parton und reckte ihre Fäuste in die Höhe, als sie auf die Bühne kam. Eine Gruppe von Musikern und Musikerinnen wie die US-Sängerin Pink sang Partons Hit "9 to 5", bevor die 76-jährige Countrymusikerin in einem mit Ketten behangenem Outfit auf die Bühne zurückkehrte. Auf einer kristallbesetzten E-Gitarre spielend, stellte Parton ihren neuen Rocksong vor. 

Parton hatte ihre Aufnahme in die Ruhmeshalle ursprünglich mit der Begründung abgelehnt, diese sei für Rock-and-Roll-Musiker gedacht. "Ich habe mich nie als Rock-Künstler betrachtet", erklärte die glamouröse Sängerin und Songschreiberin. Sie wolle nicht einem Musiker einen Platz "wegnehmen", der diesen mehr verdiene als sie. Sie gab aber ihren Widerstand schließlich auf. Die Country-Legende wurde mit Hits wie "Jolene" und "Islands in the Stream" bekannt.

Der mittlerweile 50-jährige Eminem ging in seiner Dankesrede auf die Hindernisse ein, die er überwinden musste - darunter eine schwierige Kindheit und Suchtprobleme. Der Detroiter Rapper betrat Ende der 1990er Jahre die internationale Musikbühne mit den düster-komischen Hits seines Debütalbums "The Slim Shady LP".

Eminem dankte dutzenden Rap-Kollegen. "Man sagt, es braucht ein Dorf, um ein Kind aufzuziehen. Nun, es brauchte ein ganzes Genre und eine Kultur, um mich aufzuziehen", erklärte er. Er sei ein Schulabbrecher mit einer "Hip-Hop-Ausbildung, und dies sind meine Lehrer."  

Das Jahr 2022 sah erneut Musiker verschiedenster Richtungen in die heiligen Hallen eingehen. "Rock and Roll ist keine Farbe, es ist ein Gefühl, eine Stimmung", sagte Sänger Ritchie unter Jubeln. Die Synthiepop-Pioniere Eurythmics lieferten einen Auftritt ab, bei dem sie etwa ihren Klassiker "Sweet Dreams (Are Made Of This)" spielten.

Duran Duran beging den Abend mit einer Zusammenstellung ihrer größten Hits. Die Gruppe hatte allerdings eine traurige Nachricht zu verkünden: Ihr Frontmann Simon Le Bon las einen offenen Brief des früheren Bandmitglieds und Gitarristen Andy Taylor vor, in dem er eröffnete, mit metastasierendem Prostatakrebs in fortgeschrittenem Stadium zu kämpfen. Er sei "verdammt froh, dass ich den Tag erlebe", an dem es Duran Duran in die Hall of Fame schaffe. 

Songwriterin Carly Simon nahm wegen des kürzlichen Krebstods von zwei ihrer Schwestern nicht an der Gala teil. "Eines der großartigen Dinge an der Musik ist ihre unheimliche Gabe, aus formlosen Gefühlen physische Kunst zu machen", hieß es in einer Botschaft Simons, den die Sängerin Sara Bareilles verlies. Popstar Olivia Rodrigo sang Simons Hit "You're so Vain".  

Ausgezeichnet wurden unter anderem auch die Heavy-Metal-Gruppe Judas Priest, der Calypso-Star Harry Belafonte, das Rock-Duo Pat Benatar und Neil Geraldo sowie die Folk-Pionierin Elizabeth Cotten.

Die verschiedenen Künstler hätten eines gemeinsam, sagte der  Präsident der berühmten Halle, John Sykes, diese Woche in einem Interview mit dem Magazin "Forbes": "Sie haben den Sound des jungen Amerika geschaffen." Sykes betonte die fließende Definition von "Rock", bei der es mehr um die Seele von Musik als um das Genre gehe.

Über die Plätze in der Ruhmeshalle entscheiden rund tausend Musiker, Musikhistoriker und andere Branchenvertreter. Außerdem gibt es eine Fan-Abstimmung.

AFP

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