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Muslime auf der ganzen Welt feiern Ramadan unter Corona-Auflagen

Muslime im indonesischen Bireuen
Muslime im indonesischen Bireuen
© © 2020 AFP
Muslime auf der ganzen Welt haben inmitten der Corona-Krise den Beginn des Fastenmonats Ramadan im kleinen Kreis gefeiert.

Muslime auf der ganzen Welt haben inmitten der Corona-Krise den Beginn des Fastenmonats Ramadan im kleinen Kreis gefeiert. Wegen der Corona-Beschränkungen und Ausgangssperren wird es dieses Jahr in vielen Ländern keine Zusammenkünfte nach Sonnenuntergang zum Fastenbrechen und zum nächtlichen Gebet in der Moschee geben. In Marokko wurde für die Dauer des Fastenmonats eine nächtliche Ausgangssperre verhängt, andere Länder lockerten derweil ihre Maßnahmen.

Für Millionen Muslime steht der am Donnerstagabend begonnene Fastenmonat in diesem Jahr unter düsteren Vorzeichen. Das traditionelle Fastenbrechen Iftar nach Sonnenuntergang mit Familie und Freunden fällt weitgehend aus. Auch Reisen zu den Heiligen Stätten des Islam sind nicht möglich, Moscheen weltweit sind geschlossen.

Die religiösen Autoritäten vieler Länder unterstützen die Restriktionen und fordern die Gläubigen auf, zu Hause zu beten und sich nicht in größeren Gruppen zu versammeln. In Indonesien, dem Land mit der größten muslimischen Gemeinde der Welt, riefen die meisten Religionsverbände die Gläubigen auf, zu Hause zu bleiben. "Ich bin enttäuscht, dass ich nicht in die Moschee gehen kann, aber was kann ich tun? Die Welt hat sich verändert", sagte die Muslima Fitria Famela.

In Pakistan und Indonesien widersetzten sich führende islamische Verbände aber den Anordnungen. In der indonesischen Provinz Aceh besuchten am Donnerstag mehrere tausend Gläubige die Abendgebete in der größten Moschee der Hauptstadt Banda Aceh. "Ich mache mir keine Sorgen, weil ich eine Gesichtsmaske trage und Abstand halte", sagte der Gläubige Cut Fitrah Riskiah.

In Bangladeschs Hauptstadt Dhaka schlossen die Behörden einen jahrhundertealten Markt, auf dem normalerweise traditionelle Köstlichkeiten für den Ramadan verkauft werden. "Dies ist das erste Mal seit rund 400 Jahren, dass der Markt keine Produkte für Iftar verkauft", sagte der örtliche Polizeichef Mudut Howlader.

Die fundamentalistische Gruppierung Hefasat-e-Islam in Bangladesch kritisierte den beschränkten Zugang zu den mehr als 300.000 Moscheen im Land. "Beschränkungen für die Teilnahme am Gebet verstoßen gegen den Islam", sagte Modschibur Rahman Hamidi, ein Vertreter der Gruppierung, der Nachrichtenagentur AFP. "Ein gesunder Muslim muss sich den Gebeten in einer Moschee anschließen. Wir hoffen, dass Allah uns vor dem Coronavirus retten wird, wenn wir inbrünstig beten."

In Malaysia wurde die strikte Ausgangssperre bis Mitte Mai verlängert. Moscheen, Schulen und die meisten Läden bleiben geschlossen. Auch hier wurden die beliebten Ramadan-Basare verboten. Stattdessen können die Malaysier nur auf "E-Basaren" im Internet Köstlichkeiten für das Fastenbrechen bestellen.

Die marokkanische Regierung verschärfte die Corona-Maßnahmen und ordnete eine nächtliche Ausgangssperre während des Ramadan an, die ab Samstag täglich von 19.00 bis 05.00 Uhr gilt.

In Algerien, Tunesien und Libyen wurden die Restriktionen während des Fastenmonats hingegen gelockert. So verkürzten die tunesischen Behörden die nächtliche Ausgangssperre um zwei Stunden. In mehreren algerischen Regionen wurde die Ausgangssperre ebenfalls um zwei Stunden reduziert.

Die meisten muslimischen Länder sind von der Corona-Pandemie bislang weniger stark betroffen als Europa und die USA. Allerdings steigen auch hier die Todeszahlen stetig an und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die muslimischen Länder aufgerufen, bestimmte Traditionen des Ramadan zu untersagen, um eine weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern.

Saudi-Arabien sowie die meisten anderen arabischen Staaten beginnen den diesjährigen Ramadan einen Tag später als etwa Indonesien und Malaysia. Sie haben den offiziellen Beginn für Freitagabend festgelegt. Der Platz vor der Heiligen Moschee in Mekka war am Freitag menschenleer, wie auf Luftaufnahmen zu sehen war.

AFP

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