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Nach gewaltsamen Protesten Ausgangssperre für ganz Bogotá verhängt

Angesichts der gewaltsamen Zusammenstöße zwischen regierungskritischen Demonstranten und Sicherheitskräften in Kolumbien hat der Bürgermeister der Hauptstadt Bogotá für die ganze Stadt eine

Polizist bei Protesten in Bogotá

Polizist bei Protesten in Bogotá

Angesichts der gewaltsamen Zusammenstöße zwischen regierungskritischen Demonstranten und Sicherheitskräften in Kolumbien hat der Bürgermeister der Hauptstadt Bogotá für die ganze Stadt eine nächtliche Ausgangssperre verhängt. Für die Viertel Bosa, Ciudad Bolívar und Kennedy, in denen es am Freitag Krawalle gegeben hatte, gelte die Anordnung ab 20.00 Uhr (Ortszeit, Samstag 02.00 Uhr MEZ), im Rest der Stadt ab 21.00 Uhr, erklärte Bürgermeister Enrique Peñalosa am Freitag.

Die Ausgangssperre gilt demnach bis 06.00 Uhr. Peñalosa hatte sie zunächst nur für die drei genannten Viertel im Süden von Bogotá verhängt, kurze Zeit später dehnte er sie aber auf das gesamte Stadtgebiet aus.

Am Freitag hatten sich in der Hauptstadt erneute hunderte Demonstranten versammelt, um mit dem Schlagen auf Töpfe und Pfannen ihrer Unzufriedenheit mit der Regierung des rechtskonservativen Staatschefs Iván Duque Ausdruck zu verleihen. Später ging die Polizei mit Blendgranaten und Tränengas gegen Protestkundgebungen in Bogotá vor, wie Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichteten.

Laut Peñalosa waren wegen der Proteste knapp 20.000 Polizisten und Soldaten in Bogotá im Einsatz. "Wir werden keinesfalls zulassen, dass eine winzige Minderheit aus Straftätern unsere Stadt zerstört", erklärte der Bürgermeister.

Der seit August 2018 amtierende Staatschef Duque kündigte derweil wegen der Massenproteste einen nationalen Dialog an. "Ab kommender Woche werde ich ein nationales Gespräch einleiten, das die bestehende Agenda der Sozialpolitik stärkt", sagte der Präsident in einer Fernsehansprache. Auf diese Weise solle "auf geeinte Weise" eine "Vision" ausgearbeitet werden, die es ermögliche, "die soziale Kluft zu schließen".

Am Donnerstag waren nach Regierungsangaben bei Ausschreitungen am Rande von Demonstrationen drei Menschen getötet worden. Zudem seien 122 Zivilisten und 151 Sicherheitskräfte verletzt worden. Die heftigsten Ausschreitungen ereigneten sich in Cali, der drittgrößten Stadt Kolumbiens. In der Folge verhängte die Stadtverwaltung eine Ausgangssperre bis Freitagmorgen.

AFP