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Nach neuer Diesel-Studie mehren sich Rufe nach strengeren Abgastests

Nach Bekanntwerden einer neuen Studie zum hohen Stickoxid-Ausstoß von Dieselautos mehren sich die Forderungen nach strengeren Abgastests.

Mobilitätsfonds soll aufgestockt werden

Mobilitätsfonds soll aufgestockt werden

Nach Bekanntwerden einer neuen Studie zum hohen Stickoxid-Ausstoß von Dieselautos mehren sich die Forderungen nach strengeren . "Die Ergebnisse zeigen, dass wir den Herstellern von Diesel-Fahrzeugen mehr auf die Finger schauen müssen", sagte der SPD-Fraktionsvize Sören Bartol. Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter warf Kanzlerin Angela Merkel (CDU) vor, sich "in falsch verstandenem Interesse vor die Autoindustrie" zu stellen.

Eine am Freitag veröffentlichte Studie hatte ergeben, dass mit der neuesten Abgasnorm Euro 6 sehr viel mehr schädliche Stickoxide ausstoßen als moderne Lkw und Busse. Zurückzuführen seien die Ergebnisse vor allem auf "unterschiedliche rechtliche Rahmenbedingungen" für Abgastests, erklärten die Forscher des Instituts ICCT.

Für Abgasmessungen bei Lastwagen und Bussen seien bereits seit dem Jahr 2013 mobile Messgeräte vorgeschrieben. So könnten "zufällig ausgewählte Fahrzeuge unter realen Fahrbedingungen" untersucht werden. Bei Autos dagegen gebe es lediglich Labormessungen.

Über die Tests für Autos wird bereits seit Auffliegen des VW-Skandals diskutiert. Der Verkehrspolitiker sagte den Zeitungen der Funke-Mediengruppe vom Samstag: "Wir brauchen flächendeckende Abgastests, mit denen unangekündigt Fahrzeuge deutschlandweit im realen Verkehr getestet werden." Diese Tests müssten staatlich organisiert sein und unabhängig von den privaten Prüforganisationen laufen.

Dem Grünen-Politiker reichen auch die bereits angekündigten Änderungen bei den Messtechniken nicht aus. Denn die Industrie habe durchgesetzt, dass am Ende die Grenzwerte auf der Straße doch nicht wirklich eingehalten werden müssten, kritisierte er im Deutschlandfunk. Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) und auch Kanzlerin Merkel hätten solche Schritte mit falscher Rücksicht auf die Autoindustrie verhindert.

Tests unter realen Fahrbedingungen (Real Driving Emissions) wird es in der EU für Autos erst ab September geben. Dabei sollen auch mobile Messgeräte benutzt werden. Allerdings sollen auch dann nur vom Hersteller ausgewählte Prototypen untersucht werden.

Die ICCT-Experten hatten gefordert, stattdessen "normale Serienfahrzeuge aus Kundenhand zu vermessen und stichprobenartige Nachkontrollen einzuführen". Dem schloss sich auch Bundesumweltministerin Barbara Hendricks ( ) an.

Der Umweltminister in Nordrhein-Westfalen, Johannes Remmel (Grüne), forderte, die Prüfverfahren vom derzeit zuständigen Kraftfahrtbundesamt auf die Umweltbehörden zu verlagern. "Wir können als Umweltbehörde große Kraftwerke und kleine Laubsauger stilllegen, wenn die Emissionen nicht stimmen. Bei Autos geht das nicht, weil da eine andere Behörde zuständig ist", sagte er dem "Kölner Stadt-Anzeiger".

AFP