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Neuartiges Coronavirus breitet sich weiter in China aus

In China breitet sich die von einem bislang unbekannten Virus verursachte Lungenkrankheit weiter aus.

China meldet rund 140 weitere Fälle von neuartiger Lungenkrankheit

China meldet rund 140 weitere Fälle von neuartiger Lungenkrankheit

In China breitet sich die von einem bislang unbekannten Virus verursachte Lungenkrankheit weiter aus. Die chinesischen Behörden gaben am Montag erstmals Fälle bekannt, die in anderen Landesteilen als der zentralchinesischen Metropole Wuhan auftraten. Demnach wurden zwei Fälle in Peking sowie einer in Guangdong registriert. Alle drei Patienten waren zuvor nach Wuhan gereist. Ferner wurde nach Angaben der Behörden ein dritter Todesfall durch das neuartige Coronavirus in China verursacht.

Insgesamt gaben die chinesischen Behörden fast 140 weitere Fälle von Erkrankungen durch den Virus bekannt. Damit wurde inzwischen bei 201 Patienten in der Volksrepublik der mysteriöse Erreger diagnostiziert. 170 von ihnen wurden weiterhin in Krankenhäusern in Wuhan behandelt, wie die dortige Gesundheitsbehörde mitteilte. Der Zustand von neun von ihnen sei ernst.

In Peking wurden zwei Patienten wegen Lungenentzündung behandelt, welche die Ärzte auf den neuartigen Virus zurückführten. Im südchinesischen Guangdong befindet sich bereits seit mehr als einer Woche ein 66-jähriger Mann unter Quarantäne, dessen Erkrankung mit dem neuartigen Virus in Verbindung gebracht wird, wie die dortige Gesundheitsbehörde jetzt mitteilte.

Die Hiobsbotschaft von der Ausbreitung des Virus kam wenige Tagen vor dem chinesischen Neujahrsfest am kommenden Samstag. Rund um das Fest sind jedes Jahr Millionen Chinesen per Zug, Bus oder Flugzeug im Land unterwegs, was potenziell das Risiko einer weiteren Ausbreitung des Virus steigert.

Nach Angaben der Gesundheitsbehörden in Wuhan war das Virus zuerst im Dezember auf einem dortigen Fischmarkt aufgetreten. Einige der Infizierten hatten jedoch den Angaben zufolge gar keinen Kontakt zu dem Fischmarkt. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch wurde bislang nach offiziellen Angaben nicht nachgewiesen. Allerdings könne "nicht ausgeschlossen" werden, dass es noch dazu komme.

Das neue Virus stammt aus der Erregerfamilie, zu der auch der tödliche Sars-Erreger gehört. An der Sars-Epidemie waren in den Jahren 2002 und 2003 knapp 350 Menschen in Festlandchina sowie knapp 300 weitere in Hongkong gestorben.

AFP