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Neue Gespräche zwischen Militärrat und Demonstranten im Sudan am Montag

Im Sudan soll es am Montag neue Verhandlungen zwischen dem Militärrat und Vertretern der zivilen Protestbewegung geben.

Ein Demonstrant in Khartum

Ein Demonstrant in Khartum

Im Sudan soll es am Montag neue Verhandlungen zwischen dem Militärrat und Vertretern der zivilen Protestbewegung geben. Das erklärte ein Militärvertreter am Sonntagabend und bestätigte damit Aussagen von Führern der Demonstranten vom Vortag. Die Gespräche über die künftige Machtverteilung im Sudan sind seit mehreren Tagen festgefahren.

Bei den Verhandlungen geht es um den Übergangsprozess von der aktuellen Militärführung zu einer zivilen Regierung. Zuletzt hatten die oppositionellen Demonstranten den Militärs vorgeworfen, die Suche nach einem Kompromiss absichtlich zu verschleppen. Tausende Menschen harren seit Wochen vor dem Armee-Hauptquartier in der Hauptstadt Khartum aus, um ihren Forderungen nach einer Zivilregierung Nachdruck zu verleihen.

Bereits am Samstag hatten Anführer der Protestbewegung neue Gesprächen angekündigt. Ein ursprünglich für den Sonntag geplantes Treffen sei auf Montag vertagt worden, erklärte ein Sprecher. Am späten Sonntagabend bestätigte dann der Millitärrat den Montag als Termin für neue Verhandlungen. Ein führender Armeeangehöriger sagte, die Gespräche fänden in einer "optimistischen Atmosphäre" statt.

Kernpunkt der Gespräche ist die Zusammensetzung eines neuen Regierungsgremiums, das den Militärrat ablösen soll. Während die Armee für sich die Leitung beansprucht, besteht die Protestbewegung auf einem zivilen Rat.

Ein Konfliktpunkt war zuletzt auch das künftige Rechtssystem im Sudan gewesen. So soll nach dem Willen des Militärrats auch in Zukunft die Scharia die Grundlage allen Rechts bilden. Die Demonstranten, die die Ablösung des Militärrats fordern, hatten sich in ihrem Forderungskatalog nicht dazu geäußert, welche Rolle islamisches Recht künftig in dem Land spielen soll. Die Protestbewegung warf dem Militärrat vor, "nicht drängende Fragen" aufzubringen.

Am 11. April war der seit drei Jahrzehnten autoritär im Sudan herrschende Staatschef Omar al-Baschir nach monatelangen Massenprotesten von der Armee gestürzt worden. Für eine Übergangszeit von zwei Jahren wurde der Militärrat eingesetzt. Die Protestbewegung fordert jedoch einen wirklichen Machtwechsel.

AFP

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