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Neuwagen weiter deutlich spritdurstiger als von Autobauern angegeben

Verbraucher haben bei ihren Neuwagen weiterhin einen deutlich höheren Spritverbrauch als die Autobauer angeben.

Zapfpistole an einer Tankstelle

Zapfpistole an einer Tankstelle

Verbraucher haben bei ihren Neuwagen weiterhin einen deutlich höheren Spritverbrauch als die Autobauer angeben. Um durchschnittlich 39 Prozent weichen die tatsächlichen Verbrauchswerte von den Zahlen der Konzerne ab, wie eine am Freitag veröffentlichte Studie des "International Council on Clean Transportation" (ICCT) ergab. Die Mehrausgaben für Sprit betragen für einen durchschnittlichen Autofahrer demnach hunderte Euro pro Jahr.

Allerdings ging die Kluft zwischen offiziellem und tatsächlichen Verbrauch im Vorjahresvergleich leicht zurück - zum ersten Mal, seit das ICCT im Jahr 2012 mit der jährlichen Auswertung der Kraftstoffverbrauchsdaten begann. "Zuvor stieg die Abweichung von Jahr zu Jahr an", sagte ICCT-Forscher Uwe Tietge.

Trotz des jüngsten leichten Rückgangs liegt die Abweichung zwischen offiziellem und tatsächlichem Verbrauch heute allerdings mehr als viermal so hoch wie noch im Jahr 2001. Die Mehrausgaben für Sprit betragen für einen durchschnittlichen Autofahrer nach ICCT-Angaben rund 400 Euro pro Jahr.

Doch nicht nur für die Geldbeutel der Kunden, sondern auch für den Kampf gegen den Klimawandel hat dies Auswirkungen: Da Kraftstoffverbrauch und Kohlendioxid-(CO2)-Emissionen eines Fahrzeugs direkt zusammenhängen, seien durch die Abweichungen zwischen offiziellem und tatsächlichen Verbrauch auch nur rund die Hälfte der auf dem Papier erbrachten CO2-Reduktionen seit dem Jahr 2001 tatsächlich verwirklicht worden, erklärte das ICCT. Für den Bericht wurden Daten von mehr als 1,3 Millionen Fahrzeugen in acht europäischen Ländern aus dem Jahr 2017 ausgewertet.

AFP
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