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New York erinnert mit Gay-Pride-Paraden an Unruhen vor 50 Jahren

Scharen von Menschen mit Regenbogenfahnen und in schillernden Kostümen haben in New York am Sonntag an die Unruhen vor einer Schwulenbar in der Christopher Street vor 50 Jahren erinnert.

Gay-Pride-Parade in New York

Gay-Pride-Parade in New York

Scharen von Menschen mit Regenbogenfahnen und in schillernden Kostümen haben in New York am Sonntag an die Unruhen vor einer Schwulenbar in der Christopher Street vor 50 Jahren erinnert. Zunächst zogen nach Angaben der Polizei tausende Menschen durch den Stadtteil Greenwich Village und über die 6th Avenue zum Central Park. Zur zentralen Gay-Pride-Parade, die am späten Nachmittag begann, wurden bis zu drei Milliarden Menschen aus aller Welt erwartet.

Die zentrale Veranstaltung sollte mit einer Party am Times Square und einem Konzert von Madonna enden. "Ich glaube, wir werden die größte Pride-Feier in der Geschichte des Globus haben", sagte der New Yorker Bürgermeister Bill de Blasio im Vorfeld der gigantischen Feiern.

Unter dem Motto "Reclaim Pride" ("Den Stolz zurückgewinnen") war die kleinere Parade als Protest gegen die Kommerzialisierung der wichtigsten Gay-Pride-Parade gedacht, die inzwischen 70 Sponsoren zählt, darunter Unternehmen wie Morgan Stanley, Axa oder L'Oreal. Peter Tatchell, prominenter britischer Aktivist für die Rechte Homosexueller, sagte, er sei aus London zu der alternativen Parade gekommen, "um die radikale Tradition von Stonewall 1969 zu feiern".

Am 28. Juni 1969 hatte die Polizei das Stonewall Inn gestürmt, eine Schwulenbar in der Christopher Street im New Yorker Greenwich Village. Empört darüber, dass die Behörden immer wieder gegen Schwulen-Treffpunkte vorgingen, versammelten sich hunderte Menschen vor der Bar, es kam zu schweren Zusammenstößen mit der Polizei, die auch in den folgenden Tagen andauerten. Die Proteste gelten als einer der Startpunkte der Bewegung für die Rechte Homosexueller in den USA.

Ein Jahr nach dem Beginn der Proteste erinnerten Schwulenrechtsgruppen vor dem Stonewall Inn an die Ereignisse - die Geburtsstunde der Gay Pride. 2016 machte der damalige US-Präsident Barack Obama das Stonewall Inn zum ersten nationalen Homosexuellen-Denkmal.

AFP