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New Yorker Jury spricht "El Chapo" schuldig

Entscheidung im dreimonatigen Mammutverfahren gegen den mexikanischen Drogenboss Joaquín "El Chapo" Guzmán: Der 61-Jährige ist in seinem Prozess in New York schuldig gesprochen worden.

Emma Coronel Aispuro auf dem Weg zum Gericht in Brooklyn

Emma Coronel Aispuro auf dem Weg zum Gericht in Brooklyn

Entscheidung im dreimonatigen Mammutverfahren gegen den mexikanischen Drogenboss Joaquín "El Chapo" Guzmán: Der 61-Jährige ist in seinem Prozess in New York schuldig gesprochen worden. Den Schuldspruch fällte die Jury am Dienstag nach sechstägigen Beratungen. Guzmán muss nun mit einer lebenslangen Haftstrafe wegen Drogenschmuggels, Waffenhandels und Geldwäsche rechnen. Das Strafmaß wird voraussichtlich erst in einigen Monaten verkündet.

Die Geschworenen befanden Guzmán in sämtlichen Anklagepunkten für schuldig. Laut Klageschrift soll das Sinaloa-Kartell unter seiner Führung zwischen 1989 und 2014 fast 155 Tonnen Kokain und große Mengen andere Drogen in die USA geschmuggelt haben.

Nach der Urteilsverkündung könnte Guzmán in ein Gefängnis im US-Bundesstaat Colorado überführt werden, das wegen der nahegelegenen Rocky Mountains den Beinahmen "Alcatraz der Rockies" hat und als eine der sichersten Haftanstalten der USA gilt.

Der von massiven Sicherheitsvorkehrungen begleitete Prozess gegen "El Chapo" hatte Anfang November begonnen. Während des Verfahrens ließ die Staatsanwaltschaft mehr als 50 Zeugen vorladen. Außerdem bot sie hunderte Dokumente und Dutzende abgehörte Telefonate auf.

Dabei nahm das Verfahren zwischenzeitlich Züge einer mexikanischen Seifenoper an: Guzmáns Ehefrau und ehemalige Schönheitskönigin trat ebenso in den Zeugenstand wie eine ganze Parade ehemaliger Liebhaberinnen und Handlanger. Auch Schauspieler Alejandro Edda tauchte im Gerichtssaal auf. Er spielt "El Chapo" in der Netflix-Serie "Narcos: Mexico" und wollte den berüchtigten Drogenboss offenbar aus nächster Nähe sehen.

Viele Zeugen schilderten bis in die grausigsten Details die Gewalttaten des mächtigen Drogenkartells. Auch beschrieben sie, wie das Kartell mexikanische Polizisten, Militärs und Regierungsmitarbeiter bestach.

In seinem Schlussplädoyer hatte "El Chapos" Verteidiger Jeffrey Lichtman die Jury gebeten, seinen Mandanten nicht aufgrund der "Müll"-Aussagen der Zeugen der Staatsanwaltschaft zu verurteilen. Guzmán sei lediglich ein "Sündenbock" und der eigentliche Kopf des Kartells, Ismale "El Mayo" Zambada, befinde sich noch auf freiem Fuß.

Staatsanwältin Amanda Liskamm hingegen sagte, zwar hätten einige der Zeugen eindeutig selber "Schlechtes getan". Guzmán aber sei ihr Chef gewesen, und nur eine einzige ihrer Aussagen genüge für seine Verurteilung. Ihre Kollegin Andrea Goldbarg wandte sich mit den Worten an die Jury: "Lassen Sie ihn nicht vor seiner Verantwortung entkommen. Ziehen Sie ihn wegen seiner Verbrechen zur Rechenschaft."

AFP

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