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Marihuana Niederlande suchen Hanfbauern für Pilotprojekt

Jeder der über Rauschmittel irgendetwas weiß, hat von diesem Stoff gehört: THC - Tetrahydrocannabinol. Es ist der entscheidende rauscherzeugende Stoff in der Hanfpflanze, und bekanntlich steht er in der Liste verbotener Substanzen des Betäubungsmittelgesetzes.
THC, in Haschisch und Marihuana, macht einen ganz anderen Rausch als etwa Opiate, Aufputschmittel oder Halluzinogene. Das kommt daher, dass das Gehirn für Cannabinoide, zu denen THC gehört, eigene Andockstellen hat. Damit kann das Hirn sich selbst regulieren, wenn es ihm mies geht. Das ist wörtlich gemeint: Wenn es uns speiübel ist, wir keinen Appetit haben, wenn alles zuviel wird, dann werden Cannabinoide ausgeschüttet und nehmen Stress aus dem Gehirn. Genau darum sind Medikamente aus Cannabis mittlerweile zugelassen und auf Rezept erhältlich: Sie helfen Schmerz- und Krebskranken, ihre Symptome deutlich zu mildern. Ob die Wirkung tatsächlich so stark ist, wie Hanf-Fans gern sagen, ist umstritten. Viele Ärzte nutzen lieber andere Medikamente. Dennoch gibt es keinen Zweifel: Die Wirkung des THC entspricht einem natürlichen Mechanismus, der das Leben erträglicher macht.
Und dennoch – trotz eines Legalisierungskampfes über ein halbes Jahrhundert – warnen Experten davor, Hanfdrogen generell freizugeben. Sie verweisen auf Statistiken, wonach hochdosiertes Dauerkiffen dümmer, sozial erfolgloser und gleichgültiger macht. Sie sehen den Kiffer als Verlierer. Klar ist ihnen aber auch: Der Markt ist heute voll mit Dutzenden gefährlicherer Drogen. Viele Juristen sind es daher satt, überhaupt noch Verfahren wegen kleinerer Cannabismengen anzustrengen. In den kommenden Jahren wird es deshalb spannend – wie illegal wird der Hanfrausch wohl bleiben?
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Die Niederlande machen einen weiteren Schritt in Richtung der Legalisierung von Haschisch und Marihuana: Wie das Gesundheitsministerium des Landes am Dienstag mitteilte, können Hanf-Züchter im Juli

Die Niederlande machen einen weiteren Schritt in Richtung der Legalisierung von Haschisch und Marihuana: Wie das Gesundheitsministerium des Landes am Dienstag mitteilte, können Hanf-Züchter im Juli einen Antrag bei der Regierung stellen, um einige der berühmten "Coffee Shops" im Land legal mit den pflanzlichen Rauschmitteln zu versorgen. Im Rahmen des Pilotprojekts wird der Hanfanbau in zehn Gemeinden legalisiert.

Produzenten, die an dem Projekt teilnehmen wollen, könnten sich vom 1. bis 28. Juli bewerben, erklärte das Ministerium. Die Kandidaten müssen demnach in der Lage sein, mindestens 6500 Kilogramm getrocknetes Hanf sowie zehn verschiedene Sorten Marihuana oder Haschisch zu produzieren. Überwacht werden soll die Herstellung sowie der Vertrieb an die "Coffee Shops" von den Gemeinden, in denen die Produzenten angesiedelt sind.

In den Niederlanden ist der Verkauf kleiner Mengen Haschisch und Marihuana bereits seit 1976 straffrei. Laut Gesetz ist es zudem jedem Bürger erlaubt, bis zu fünf Hanf-Pflanzen für den persönlichen Gebrauch anzubauen.

Der Anbau sowie der Großhandel mit Haschisch und Marihuana ist dagegen auch in den Niederlanden verboten. Um die hohe Nachfrage nach den Rauschmitteln zu stillen, beziehen viele "Coffee-Shop"-Besitzer deshalb ihre Produkte von illegalen Drogenhändlern.

Ziel des Pilotprojekts ist es, die Auswirkungen des Hanfanbaus auf die Kriminalitätsrate sowie die öffentliche Gesundheit und Sicherheit zu messen. Bereits vor zwei Jahren hatte die Regierung grünes Licht für das Experiment gegeben.

AFP

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