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Niedersachsens Ministerpräsident: Tempo 130 auf Autobahnen längst Realität

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hält eine gesetzliche Geschwindigkeitsbegrenzung von 130 Stundenkilometern angesichts der Wirklichkeit auf deutschen Autobahnen für überflüssig.

Geschwindigkeitsbegrenzung auf der Autobahn

Geschwindigkeitsbegrenzung auf der Autobahn

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hält eine gesetzliche Geschwindigkeitsbegrenzung von 130 Stundenkilometern angesichts der Wirklichkeit auf deutschen Autobahnen für überflüssig. "Die Realität auf unseren vollen Straßen hat diese Diskussion nicht nur eingeholt, sondern überholt", sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND, Dienstagsausgaben). "Ich fahre viel auf deutschen Autobahnen", sagte er. "Nach meinen Erfahrungen gibt es de facto fast bei keiner Fahrt mehr eine Durchschnittsgeschwindigkeit von mehr als 130 km/h."

Ausgelöst worden war die Debatte über ein Tempolimit durch Vorschläge einer Arbeitsgruppe der Regierungskommission zur Zukunft der Mobilität, die am Freitag bekannt geworden waren. Während Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) die Vorschläge scharf kritisierte, sprach sich SPD-Vize Ralf Stegner dafür aus, die Einführung von Tempo 130 auf deutschen Autobahnen "unvoreingenommen zu prüfen". Nach Angaben von Regierungssprecher Steffen Seibert will sich die große Koalition bis Ende Februar mit Blick auf ein Klimaschutzgesetz auf ein "schlüssiges Gesamtkonzept" abstimmen.

Wie das RND unter Berufung auf eine Auswertung der Polizei in Brandenburg weiter berichtete, kann die Einführung eines Tempolimits von 130 km/h auf Autobahnen dazu beitragen, die Zahl der Unfälle und die Zahl der Verkehrstoten zu senken. In Brandenburg wurde demnach auf der A24 zwischen dem Autobahndreieck Havelland und dem Autobahndreieck Wittstock Ende 2002 ein Tempolimit eingeführt.

Die Zahl der Verkehrsunfälle sei infolgedessen von 834 im Jahr 2002 auf 696 im Jahr 2003 gesunken - und danach kontinuierlich weiter auf 542 im Jahr 2008. Die Zahl der Verkehrstoten sank dem Bericht zufolge von 2002 auf 2003 sogar von acht auf null. Das Niveau sei bis ins Jahr 2016 sowohl bei den Unfällen als auch bei den Verkehrstoten anhaltend niedrig geblieben.

AFP

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