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Nordkorea wegen Todes von US-Studenten zu 500 Millionen Dollar Strafe verurteilt

Wegen des Todes des Studenten Otto Warmbier hat eine US-Richterin Nordkorea zur Zahlung von mehr als 500 Millionen Dollar (440 Millionen Euro) verurteilt.

Otto Warmbier im Februar 2016

Otto Warmbier im Februar 2016

Wegen des Todes des Studenten Otto Warmbier hat eine US-Richterin Nordkorea zur Zahlung von mehr als 500 Millionen Dollar (440 Millionen Euro) verurteilt. Nordkorea habe sich der Folter, der Geiselnahme und der außergerichtlichen Tötung des 22-Jährigen schuldig gemacht, urteilte Beryl Howell vom Bezirksgericht in Washington am Montag. Das "totalitäre" Regime in Pjöngjang habe bei seinen "weltweiten Betrügereien und seiner Konfrontation mit den USA" Warmbier als "Faustpfand" missbraucht.

Es gilt als höchst unwahrscheinlich, dass Nordkorea die Strafe an die Familie Warmbier zahlen wird. Das international isolierte Land dürfte auch kaum Vermögen in den USA haben, das beschlagnahmt werden könnte, um das Urteil umzusetzen.

Warmbier war während einer Nordkorea-Reise Anfang 2016 wegen des angeblichen Diebstahls eines Propaganda-Posters zu 15 Jahren Arbeitslager verurteilt worden. Er fiel unter ungeklärten Umständen ins Koma und wurde schließlich freigelassen. Im Juni 2017 starb er wenige Tage nach seinem Rücktransport in die USA.

Seine Familie verklagte daraufhin Nordkorea. Grundlage ist ein US-Gesetz, das Klagen gegen ausländische Regierungen bei Taten zulässt, bei denen keine diplomatische Immunität gilt.

Nordkorea hat jegliche Misshandlung Warmbiers bestritten und erklärt, der Student habe sich eine schwere Nahrungsmittelvergiftung zugezogen. Richterin Howell verwies in ihrem Urteil aber darauf, dass medizinische Tests keine Hinweise darauf ergeben hätten.

Warmbiers Neurologe in Ohio kam vielmehr zu dem Schluss, dass der Student vermutlich wegen einer minutenlangen Unterversorgung des Gehirns mit Blut schwere Hirnschäden erlitt. Howell erklärte, dies könne durch Foltermethoden wie Elektroschocks oder Waterboarding verursacht worden sein.

AFP