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NRW-Landtag setzt Untersuchungsausschuss zum Missbrauchsfall Lügde ein

Der nordrhein-westfälische Landtag hat am Mittwoch einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss zum massenhaften Kindesmissbrauch von Lügde eingesetzt.

Absperrung bei Ermittlungen auf Campingplatz von Lügde

Absperrung bei Ermittlungen auf Campingplatz von Lügde

Der nordrhein-westfälische Landtag hat am Mittwoch einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss zum massenhaften Kindesmissbrauch von Lügde eingesetzt. Das Parlamentsgremium soll das Vorgehen der Ermittlungsbehörden, der Jugendämter und der schwarz-gelben NRW-Landesregierung in Fall Lügde durchleuchten. Dabei geht es unter anderem um Versäumnisse staatlicher Stellen und verschwundenes Beweismaterial. Der Fall Lügde gilt als einer der größten Missbrauchsskandale der vergangen Jahrzehnte.

Die Missbrauchsserie von Lügde im Kreis Lippe war Ende Januar bekannt geworden. In der Folgezeit wurden eine ganze Reihe von Ermittlungspannen und Behördenfehler in dem Fall offenkundig. Zudem kritisiert die Landtagsopposition das Vorgehen von Landesinnenminister Herbert Reul (CDU).

Am Donnerstag beginnt vor dem Landgericht Detmold der Strafprozess gegen die Hauptbeschuldigten in dem Missbrauchsfall. Angeklagt sind ein 56-Jähriger aus Lügde, ein 49-Jähriger aus dem niedersächsischen Stade und ein 34-Jähriger aus Steinheim im nordrhein-westfälischen Kreis Höxter.

Allein dem 56-jährigen Ex-Dauercamper legt die Detmolder Staatsanwaltschaft 298 Straftaten zur Last, die er im Sommer 1998 und seit Anfang 2008 bis Ende 2018 an 23 Kindern begangen haben soll. Insgesamt sollen mehr als 40 Kinder seit 1998 auf dem Campingplatz Eichwald in Lügde-Elbrinxen missbraucht worden sein. Die meisten Opfer waren zu den Tatzeiten zwischen drei und 14 Jahre alt.

AFP