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Österreich: Einreise aus Italien wegen Coronavirus nur noch mit Gesundheitsattest

Österreichs Kanzler Sebastian Kurz
Österreichs Kanzler Sebastian Kurz
© © 2020 AFP
Im Kampf gegen die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus schränkt Österreich die Einreise von Menschen aus Italien stark ein und ergreift zusätzliche weitreichende Schutzvorkehrungen.

Im Kampf gegen die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus schränkt Österreich die Einreise von Menschen aus Italien stark ein und ergreift zusätzliche weitreichende Schutzvorkehrungen. Aus Italien dürfe niemand mehr einreisen, der nicht ein ärztliches Gesundheitsattest vorweisen könne, sagte der österreichische Kanzler Sebastian Kurz am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Wien. Darin muss bestätigt werden, dass der Betroffene nicht mit dem Coronavirus infiziert ist.

Oberstes Ziel sei das "Einschleppen der Krankheit in unsere Gesellschaft" zu verhindern, sagte Kurz. Innenminister Karl Nehammer führte aus, zur Überprüfung der Einreisevoraussetzung würden Kontrollen an der Grenze zu Italien eingeführt. Ausnahmen gebe es für den Güterverkehr, doch bei Lkw-Fahrern werde es Gesundheitschecks geben. Zugverbindungen und Flüge aus Italien nach Österreich werden laut Nehammer eingestellt.

Kurz versicherte, die Rückholung von Österreichern, die sich derzeit in Italien aufhalten, werde organisiert. Sie kämen nach ihrer Rückkehr in Quarantäne.

In Österreich sind ab Montag außerdem Veranstaltungen in geschlossenen Räumen mit mehr als hundert Gästen sowie Freiluft-Veranstaltungen mit mehr als 500 Teilnehmern untersagt. Die Universitäten und andere höhere Bildungseinrichtungen sollen ab kommendem Montag ihren Lehrbetrieb aussetzen. Unternehmer rief Kurz auf, ihre Beschäftigten möglichst in Heimarbeit zu schicken.

Im Kurzbotschaftendienst Twitter schrieb Kurz: "Wir wissen, dass die Zahl der Infizierten in Österreich sehr niedrig ist, aber auch, dass der Zuwachs enorm ist - nicht nur bei uns, sondern in ganz Europa." An acht Millionen Einwohner seines Landes appellierte er: "Jede und jeder kann ganz leicht durch die Reduktion des sozialen Lebens und der sozialen Kontakte in den kommenden Wochen einen Beitrag für die Gesellschaft und besonders für gefährdete Menschen leisten."

In Österreich wurden bislang mehr als 150 Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus registriert. Todesopfer gab es in dem Alpenland bislang nicht. Italien ist das am schwersten von der Epidemie betroffene Land Europas, die Regierung in Rom hat Reisen seiner Einwohner drastisch eingeschränkt.

Der tschechische Regierungschef Andrej Babis kündigte am Dienstag die Schließung aller Grundschulen und weiterführender Schulen zum Schutz vor einer Coronavirus-Epidemie an. "Es ist besser, proaktiv zu sein, als später oder sogar zu spät mit dem Problem umzugehen, wie es in Italien der Fall ist", sagte Babis in Prag. Die Schulen sollen demnach ab Mittwoch bis auf Weiteres geschlossen bleiben. Außerdem werden Veranstaltungen mit mehr als hundert Teilnehmern untersagt.

Auch Polen untersagte Massenveranstaltungen und weitete Gesundheitskontrollen an den Grenzen aus. Nach den Grenzen zu Deutschland und Tschechien werden nun auch die Grenzen zur Ukraine, zu Litauen und Weißrussland einbezogen. Bei Reisenden in Kraftfahrzeugen, Zügen und Schiffen wird Fieber gemessen. In Polen wurden bislang 18 Coronavirus-Infektionen nachgewiesen, in Tschechien 40.

AFP

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